Praxistest
Notbremsassistent zeigt grosses Potenzial, kommt bei schlechtem Wetter aber an seine Grenzen

Notbremsassistenten bei PKWs funktionieren bei Tag und klarem Wetter bereits sehr gut. Verbesserungsbedarf gibt es bei schlechten Witterungs- und Lichtverhältnissen. Dies haben über 200 Fahrtests der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) gezeigt.

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Die Notbremsassistenten haben laut BFU noch Verbesserungspotenzial. (Symbolbild)

Die Notbremsassistenten haben laut BFU noch Verbesserungspotenzial. (Symbolbild)

Keystone

Fahrerassistenzsysteme in PKWs haben das Potenzial, Unfälle mit Fussgängerinnen und Velofahrern zu verhindern. Dies gilt insbesondere für Notbremsassistenten. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) und das österreichische Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) fühlten den Notbremsassistenten auf den Zahn und haben dazu über 200 Fahrtests durchgeführt. Getestet wurde der Assistent sowohl bei optimalen Wetterbedingungen, wie auch bei Regen, Nebel und schlechten Lichtverhältnissen mit verschiedenen Dummies, Sensorgenerationen und Fahrgeschwindigkeiten.

Die BFU und das KFV haben über 200 Fahrtests durchgeführt.

YouTube/BFU

Das Ergebnis der Praxistests: Bei Tag und klarem Wetter funktionieren die Notbremsassistenten bereits sehr gut, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Kinder, Fussgänger und Velofahrer seien bei diesen Verhältnissen grundsätzlich gut erkannt worden, auch wenn diese aus einer verdeckten Position heraus die Strasse überquerten. «Dies zeigt, dass Notbremsassistenten bereits jetzt zu Lebensrettern werden können und das Potenzial für die Zukunft gross ist», wird Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, in der Mitteilung zitiert.

Mehr Tests unter erschwerten Bedingungen

Anders sehe es bei ungünstigeren Witterungs- und Lichtverhältnissen aus: Die Tests zeigten, dass Notbremsassistenten bei Regen, Nebel und schlechten Lichtverhältnissen nicht immer die Objekte erkennen und eine Notbremsung einleiten. Gerade unter diesen Verhältnissen seien andere Verkehrsteilnehmer für Autofahrer oft schwer erkennbar, zitiert die Mitteilung Robatsch: «Deshalb wäre es wichtig, dass Notbremsassistenzsysteme standardisiert auch unter erschwerten Bedingungen, speziell bei Regen und Dunkelheit, getestet werden.»

BFU und KFV führten die Tests zwischen Januar 2020 und Juli 2021 in einem Testzentrum der Technischen Hochschule Ingolstadt durch. (dpo)

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