Patrouille Suisse
Nach Kollision in Niederlanden: Schweizer Kampfjetpilot in St. Gallen vor Gericht

Nach der Kollision zweier Kampfjets der Patrouille Suisse bei einem Trainingsflug in den Niederlanden kommt es zur Anklage. Einer der Piloten muss sich dabei in St. Gallen vor der Militärjustiz verantworten.

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Hier brennt der abgestürzte Kampfjet der Schweizer Armee im Juni 2016 in der Nähe des niederländischen Luftwaffenstützpunkts Leeuwarden.

Hier brennt der abgestürzte Kampfjet der Schweizer Armee im Juni 2016 in der Nähe des niederländischen Luftwaffenstützpunkts Leeuwarden.

Screenshot www.airlive.net / Tino Broekstra

Die Hauptverhandlung vor dem Militärgericht 2 beginne am 22. November, teilte die Militärjustiz am Dienstag mit. Der Prozess soll bis zum 20. Dezember dauern. Dem Piloten werden fahrlässiger Missbrauch und Verschleuderung von Material, Störung des öffentlichen Verkehrs sowie mehrfache Nichtbefolgung von Dienstvorschriften vorgeworfen. Zur Kollision zwischen den zwei F5-Tigers und folglich zum Absturz eines der beteiligten Kampfjets war es 2016 gekommen. Dies bei einem Trainingsflug in den Niederlanden. Beide Piloten überlebten.

Der nun angeklagte Pilot kollidierte während des Trainingsflugs am 9. Juni 2016 mit einem zweiten F5-Tiger der Patrouille Suisse. Der Absturz ereignete sich in der Nähe des niederländischen Luftwaffenstützpunkts Leeuwarden. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Der Auditor wirft dem Piloten vor, bei dem von ihm geflogenen Annäherungsmanöver seine Sorgfaltspflichten verletzt und dadurch die Kollision verursacht zu haben.

Erster Unfall in der Geschichte der Patrouille Suisse

Ein Pilot landete nach der Kollision in einem Gewächshaus, nachdem er den Schleudersitz startete. Der zweite flog nach der Kollision noch 20 Minuten weiter und landete dann normal am Boden. Bei dem Flug habe er alle technischen Funktionen überprüfen können, hiess es damals von Armeeseite.

Es war dies der erste Flugunfall in der 57-jährigen Geschichte der Schweizer Kunstflugstaffel Patrouille Suisse überhaupt. Wie Vertreter der Armee nach dem Absturz sagten, waren beide Piloten erfahren: Der erste hatte über tausend, der zweite über zweitausend Flugstunden absolviert. (sat)

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