Ostschweiz
Bericht fordert stärkere Rücksichtnahme auf Grenzregionen in der Coronakrise

Die Ostschweiz wurde als Grenzregion stark von der Corona-Pandemie getroffen. Künftig müssten Krisenmassnahmen stärker regional gedacht werden, fordert ein Bericht.

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Geschlossene Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen zu Beginn der Coronakrise.

Geschlossene Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen zu Beginn der Coronakrise.

Benjamin Manser

Dass während der Coronakrise zeitweise die Grenzen geschlossen waren, hallt in Regionen wie der Ostschweiz noch immer nach. Gemäss einem neuen Bericht sind die regionalen Auswirkungen der Corona-Pandemie beim Krisenmanagement des Bundes nicht genügend beachtet worden. Der Bericht ist eine Auftragsarbeit der Universität St. Gallen und der Fachhochschule Graubünden im Dienste der Ostschweizer Regierungskonferenz.

Wie die Konferenz am Montag in einer Mitteilung schreibt, war die Grenzregion Ostschweiz auch von anderen coronabedingten Massnahmen stark betroffen, zumal sich die Massnahmen der Nachbarländer mitunter stark unterschieden. Der Bericht zeige, «dass der internationale Handel der Ostschweiz stärker unter der Covid-19-Pandemie und den entsprechenden Massnahmen litt als jener anderer Grenzregionen der Schweiz». Grund sei die gesunkene Nachfrage nach Exporten.

Drei Schlussfolgerungen für die Zukunft

Die Studie arbeitet drei Lehren heraus, wie die grenzüberschreitende Wirtschaftsregion besser durch künftige Krisen kommt. Zum einen sollen Auswirkungen auf regionale Wirtschaftsstrukturen beim Krisenmanagement allgemein stärker gewichtet werden. Es sei zugleich wichtig, «dass das Bewusstsein auf nationaler Ebene für die besonderen Bedürfnisse und komplexen Vernetzungen der Grenzregionen gestärkt wird».

Zusätzlich fordern die Verfasser der Studie, die grenzüberschreitende Wirtschaft der Ostschweiz solle an Resilienz zunehmen, indem etwa Lieferketten verstärkt regionalisiert oder nationalisiert werden. Der Bericht regt drittens an, «die nationalen Ebenen in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einzubinden, wenn Probleme auf regionaler Ebene nicht gelöst werden können». (dur)

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