Katastrophe im Himalaya
ETH-Spezialisten warnen: Flutkatastrophe könnte sich wiederholen

Ein Schweizer Forschungsprojekt hat das Risiko von Flutwellen im Himalaya untersucht. Grösste Gefahr für die Bevölkerung seien unverantwortliche Kraftwerksprojekte, so das Fazit.

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Katastrophen wie jene in Chamoli sind laut Experten auch in den Schweizer Alpen möglich.

Katastrophen wie jene in Chamoli sind laut Experten auch in den Schweizer Alpen möglich.

Bild: Keystone

(dur) Am 7. Februar 2021 ereignete sich in Chamoli im indischen Himalaya eine verheerende Flutwelle, die über 200 Menschen das Leben kostete. Ausgelöst wurde sie durch einen gewaltigen Bergsturz, der einen Gletscher mit sich riss. Forschende der Universität Zürich, der ETH Zürich und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben nun untersucht, ob weitere ähnliche Katastrophen zu erwarten sind, wie die Universität Zürich am Donnerstag in einem Communiqué mitteilt.

Als zentrale Gefahr machten die Forschenden unverantwortliche «Kraftwerksprojekte in fragilen Hochgebirgslandschaften» aus. Viele Wasserkraftunternehmen untersuchten und überwachten die lokalen Gegebenheiten nicht genügend. Es sei deshalb nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder eine ähnliche Flutwelle im Himalaya ereigne.

Auch in Regionen wie den Alpen könnten solche Katastrophen nicht ausgeschlossen werden, heisst es weiter. Denn: «Mit dem Klimawandel dringt die Erwärmung verzögert auch in den Untergrund vor. Damit steigen auch in Permafrostgebieten die Temperaturen im Innern der Berge und Felsstürze im Hochgebirge werden wahrscheinlicher», so die Mitteilung.