Mordfall Metzerlen
Es war Mord: Serbe und Holländer müssen im Fall Metzerlen lange Jahre hinter Gitter

Im Prozess um den Tod des damaligen Gemeindepräsidenten von Metzerlen im Jahr 2010 hat das Gericht die beiden Hauptangeklagten wegen Mordes und versuchten bandenmässigen Raubes zu langen Haftstrafen verurteilt.

Dimitri Hofer und Hans-Martin Jermann
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Die Spurensicherung spielt bei der Bewertung des Falls eine tragende Rolle.

Die Spurensicherung spielt bei der Bewertung des Falls eine tragende Rolle.

Symbolbild: Stock&people / Imago

Die beiden Hauptangeklagten, ein 44-jähriger Serbe und ein 41-jähriger Holländer, werden des Mordes für schuldig befunden und müssen nun langjährige Haftstrafen antreten: 19 Jahre sind es im Fall des 44-jährigen Serben, 17 Jahre und acht Monate für den 41-jährigen Holländer. Für schuldig befunden wurden sie auch wegen des versuchten bandenmässigen Raubs. Dieses Urteil fällte am Montag das Solothurner Amtsgericht Dorneck-Thierstein. Gerichtspräsidentin Georgia Marcionelli Gysin sprach in der Urteilsverkündung von grossem Egoismus, Skrupellosigkeit und Gefühlskälte.

Den beiden Männern wurde vorgeworfen, am 14. März 2010 ins solothurnische Leimental gefahren zu sein und dort mit Aussicht auf eine grosse Beute den damaligen Gemeindepräsidenten von Metzerlen überfallen zu haben. Laut einem Tipp soll sich im Tresor im Haus des Gemeindepräsidenten eine hohe Summe Bargeld befunden haben. Tatsächlich erbeuteten die beiden bloss einen Haus- sowie einen Fahrzeugschlüssel.

Der damals 71-jährige Gemeindepräsident erlitt beim Überfall durch zahlreiche Schläge mit Gegenständen schwere Kopfverletzungen. Er starb drei Monate nach dem Überfall an den Folgen.

Die Untersuchungen zogen sich über Jahre in die Länge. Ebenfalls wurde der Prozess verschoben. Der Prozess fand an einem geheimen Ort statt. Nur so könne die Sicherheit aller Beteiligten garantiert werden, heisst es seitens des zuständigen Amtsgerichts Dorneck-Thierstein. Die beiden Hauptangeklagten sollen Verbindungen zu einem internationalen kriminellen Netzwerk haben. Es handelt sich um das aufwändigste Verfahren in der Geschichte des Amtsgerichts.