Mobilität
Winterthur führt vier autofreie Sonntage pro Jahr ein

An vier Sonntagen im Jahr werden in Winterthur künftig Strassen gesperrt, um Velos und Fussgängern Platz zu machen. Auf ein generelles Fahrverbot verzichtet der Stadtrat aber.

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Ein Velofahrer an einem autofreien Sonntag im Berner Länggassquartier.

Ein Velofahrer an einem autofreien Sonntag im Berner Länggassquartier.

Keystone

(gb) Der Winterthurer Stadtrat will vier autofreie Sonntage pro Jahr. Wie er am Donnerstag mitteilt, sieht er darin einen Nutzen für die Bevölkerung. Autofreie Sonntage seien eine gute Gelegenheit, das eigene Mobilitätsverhalten zu hinterfragen und die positiven Auswirkungen vom Verzicht aufs Auto zu erleben, heisst es in der Mitteilung.

Die Initiative ergriffen hatte das Stadtparlament. Mit einer Motion hatte es die Sperrung sämtlicher kommunalen und soweit möglich kantonalen Strassen gefordert. Dies vor dem Hintergrund, dass während des Lockdowns die Stickoxid-Belastung gesunken war und die Menschen wieder vermehrt Velo- und Joggingtouren gemacht hätten.

Ähnliche Forderungen in anderen Städten

Wie der Stadtrat in seiner Mitteilung festhält, ist er jedoch nicht berechtigt, ein generelles Fahrverbot zu erlassen. Als Kompromiss sollen nun gewisse Strassen und Quartiere, die sonst von Autos dominiert werden, gesperrt werden. Der erste teilweise autofreie Sonntag wird am 19. September dieses Jahres stattfinden.

Autofreie Sonntage sind in der Schweiz eine Seltenheit, aber keine Neuheit. Wegen einer Benzinknappheit im Zuge der Suez-Krise verbot der Bundesrat 1973 das Autofahren an drei Sonntagen. Aktuell sind autofreie Sonntage vor allem in den Städten ein Thema. So gab es etwa in Bern, Genf und in Zürich entsprechende Aktionstage und Verstösse.