Klimajugend
Nur noch zwei Aktivisten vor Ort: Polizei schliesst Räumung des Mormont ab

Die Polizei hat den besetzten Hügel Mormont in der Waadt geräumt. Vertreter der Klimajugend hatten das Gelände in Beschlag genommen, um so dessen Abtragung für die Zementproduktion zu verhindern.

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Einige der Protestierenden befestigten sich auf dem Hügel Mormont auch an schwer zugänglichen Orten, um so die Räumung zu verzögern.

Einige der Protestierenden befestigten sich auf dem Hügel Mormont auch an schwer zugänglichen Orten, um so die Räumung zu verzögern.

Keystone

(wap/sat) Gut ein Tag dauerte der Polizeieinsatz. Nun ist das besetzte Gebiet auf dem Hügel Mormont in der Waadt wieder frei. Der Einsatz sei gut verlaufen, bilanzierte die Kantonspolizei Waadt am Dienstag in einer Medienmitteilung. Alle Besetzer seien weggewiesen worden. Ausser zwei Personen, die sich in einem Baum festgebunden hätten und aus Sicherheitsgründen vorerst nicht entfernt würden. Ein Polizist ist bei der Räumungsaktion laut Polizei von einem pyrotechnischen Sprengkörper leicht verletzt worden. Insgesamt seien Personalien von 83 Besetzerinnen und Besetzern aufgenommen worden, schreibt die Polizei. Sie hatte mit der erwarteten Auflösung der Besetzung bereits am Montag begonnen.

Die Besetzer hatten auf dem rund 600 Meter hohen Hügel während fünf Monaten eine «zu verteidigende Zone» besetzt. Damit wollten sie die Abtragung des Hügels durch die Firma LafargeHolcim verhindern. Diese will dort Kalkstein zur Produktion von Zement gewinnen.

Klimastreik Schweiz solidarisiert sich mit Protestierenden

Die Bewegung Klimastreik Schweiz stellte sich bereits am Dienstagabend erneut hinter die Protestierenden am Mormont. «Klimastreikende, die Juso, die Jungen Grünen, Fridays for Future International und verschiedenste weitere Gruppierungen und Einzelpersonen solidarisieren sich mit dem Anliegen», heisst es in der Mitteilung.

Der Mormont ist im Bundesinventar für Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung eingetragen und gilt als bedeutende archäologische Fundstätte. Widerstand gegen den Kalkabbau in dem Gebiet kommt auch von Umweltverbänden. Diese haben Beschwerde erhoben und sind nach abschlägigen Entscheiden der kantonalen Gerichte ans Bundesgericht gelangt. Der letztinstanzliche Entscheid steht noch aus.