Klimabewegung
Deutsche Umweltschützer kritisieren: Schweiz macht beim Klima zu wenig

Die deutsche Umweltorganisation Germanwatch setzt die Schweiz in einem Klimaschutz-Ranking auf Platz 14. Das ist zwar leicht besser. Dennoch fordern WWF und Greenpeace die Politik zum Handeln auf.

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Greenpeace fordert etwa eine stärkere Regulation des Finanzplatzes: Klimaaktivisten vor einem Credit-Suisse-Gebäude. (Symbolbild)

Greenpeace fordert etwa eine stärkere Regulation des Finanzplatzes: Klimaaktivisten vor einem Credit-Suisse-Gebäude. (Symbolbild)

Keystone

(wap) In ihrem jüngsten sogenannten Climate Change Performance Index hat die deutsche Umweltorganisation Germanwatch die Schweiz am Montag vom 16. auf den 14. Platz hochgestuft. Der Index bewertet den Klimaschutz in den EU-Ländern und 57 weiteren Staaten, darunter die Schweiz. Germanwatch kommt dabei zum Schluss, dass keines der untersuchten Länder genug unternehme, um die Erhitzung der Erde wirksam abzubremsen.

Am Montag nahmen auch WWF Schweiz und Greenpeace Schweiz das deutsche Ranking zum Anlass, die Schweizer Klimapolitik zu kritisieren. Mit dem 14. Platz liege die Schweiz trotz Verbesserung immer noch hinter Grossbritannien. Aber auch hinter Staaten wie Marokko, Indien und Chile, liess sich Georg Klingler, Leiter der Klimakampagne von Greenpeace Schweiz, in der Mitteilung zitieren.

Klingler ist einer der Experten, die für Germanwatch die Klimapolitik der Schweiz einschätzen. Die Schweiz könne mit dem 14. Rang nicht zufrieden sein, so der Greenpeace-Mann. Sie habe das Potenzial, im Klimaschutz eine Vorreiterrolle einzunehmen. Konkret fordert Greenpeace Klimaziele für die Landwirtschaft und Regulationen für den Finanzplatz.

Bewertungsgrundlagen kommen von Greenpeace und Alliance Sud

«Die Schweiz kommt ihren Verpflichtungen nicht nach», schreibt der WWF Schweiz zum Ranking-Ergebnis von Germanwatch. Das neue CO2-Gesetz müsse nun so schnell wie möglich umgesetzt werden. Dieses wurde vom Parlament dieses Jahr beschlossen und sieht unter anderem eine Flugticketabgabe und Anreize für den Umstieg auf klimafreundlichere Heizungen und Autos vor. Es wird sowohl von bürgerlichen Kreisen als auch von Teilen der Klimabewegung mit dem Referendum bekämpft.

Hinter dem Rating von Germanwatch stehen neben Greenpeace-Kampagnenmann Klingler aus der Schweiz als weiterer Experte Jürg Staudenmann von Alliance Sud. Dies ist ein politischer Think Tank der Hilfsorganisationen Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas, Caritas und Heks.