Es bleibt äusserst frisch
Schnee bis in tiefe Lagen: «Ulli» bringt den Winter nochmals so richtig zurück

Nach frühlingshaften Temperaturen über Ostern ist in weiten Teilen der Schweiz der Winter nochmals zurück. Zumindest vorübergehend. Aber aufgepasst, Bauern und Autofahrer: So richtig kalt wird es erst noch.

Samuel Thomi
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In Einsiedeln (SZ) fielen knapp 15cm Neuschnee bei frostigen -8,4 Grad. Schuld am Temperatursturz ist eine kräftige Nordföhnströmung, die auch noch in den nächsten Tagen für winterliche Temperaturen sorgt.

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Von wegen Frühling. Vielerorts ist die Schweiz am Dienstag unter einer feinen Zuckerdecke erwacht. Selbst in weiten Teilen des Flachlands lag ein Schäumchen Schnee. Doch damit nicht genug: «Auf der Rückseite der Kaltfront erreicht uns im Laufe des Tages in grosser Höhe immer kältere Luft», schreibt MeteoNoews am Dienstag in einer Mitteilung.

Und weiter: «Nach einem oft sonnigen Start nimmt die Bewölkung in den kommenden Stunden wieder zu, Schnee- und Graupelschauer beginnen sich auszubreiten.»

Will heissen: Das Aprilwetter wird noch ein paar Tage seinen Lauf nehmen. «Ein bunter Wechsel aus Auflockerungen, dicken Wolken und zum Teil kräftigen Schneetreiben – selbst Blitz und Donner sind möglich», prognostiziert MeteoNews.

Und die Wetterfrösche erinnern auch gleich daran, dass Frost im April durchaus auch in tiefen Lagen keine Seltenheit ist. Laut langjährigem Mittel kommt etwa Zürich in dieser Jahreszeit nämlich auf fünf Tage mit Minustemperaturen.

Am Ostermontag 15 Grad, tags darauf -2 Grad: Wie diesem Birnbaum im Sarganserland geht es derzeit zahlreichen Obstbäumen in der Schweiz.

Am Ostermontag 15 Grad, tags darauf -2 Grad: Wie diesem Birnbaum im Sarganserland geht es derzeit zahlreichen Obstbäumen in der Schweiz.

MeteoNews/Twitter

Selten so kalt im April

Besonders kritisch ist diese Phase denn auch für Obstbäume in tieferen Lagen. «In der Nacht zum Mittwoch erreicht uns die kälteste Luftmasse», schreibt MeteoNews. Konkret dürften die tiefsten Werte auf 5300 Metern bei -41 Grad liegen. Dies in Kombination mit weiteren Schneeschauern, so die Wetterfrösche.

Insbesondere letztere dürften vielen Landwirten, die bereits in der vergangenen Nacht ihre blühenden Plantagen zu schützen versuchten, Sorgen bereiten. Können dann doch keine Schutznetze ausgebreitet werden. Und Feuer oder Kerzen allein sind ein wenig effektiver Schutz gegen Frost. Denn bereits ab -2 Grad muss laut MeteoNews mit grösseren Schäden an Obstbäumen gerechnet werden

Auf der Alpennordseite herrschten vergangene Nacht denn auch bereits an praktisch allen Messstationen Temperaturen im Minusbereich. Wie SRF Meteo auf Twitter schreibt, war es im April selten so kalt. Als Beispiel führen die Wetterfrösche Ebnat-Kappel an. In der St.Galler Gemeinde war es -9 Grad – und damit laut SRF Meteo so kalt wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr. Bitterkalt war es aber auch in Einsiedeln (SZ, -8,4 Grad), Schüpfheim (LU, -7 Grad) oder auf der Lägern (ZH, -5 Grad).

Aufpassen heisst es derzeit aber auch für Fahrzeuglenkende. Gerade zu Randzeiten oder in den frühen Morgenstunde droht auf gefährdeten Strassenabschnitten Reifglätte. Wer also bereits auf Sommerpneus gewechselt hat, sollte sein Fahrzeug derzeit lieber stehen lassen.