Eishockey
1:3 gegen Finnland: Schweizerinnen verpassen WM-Bronze

Die Nati schrammt in Calgary knapp an ihrer zweiten WM-Bronzemedaille der Geschichte vorbei. Die Finninnen erweisen sich wie schon in der Vorrunde als zu stark für die Schweiz.

Dan Urner
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Die Schweizer Torhüterin Saskia Maurer blieb mehrfach ohne Abwehrchance.

Die Schweizer Torhüterin Saskia Maurer blieb mehrfach ohne Abwehrchance.

Freshfocus/Archiv

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen hat WM-Bronze im kanadischen Calgary verpasst. Das Team von Coach Colin Muller unterlag Finnland im Spiel um Platz drei trotz einer couragierten Darbietung verdient mit 1:3.

Das Resultat fiel knapper aus als in der Vorrunde, eine Revanche für die klare Niederlage gelang damit jedoch nicht. In der Gruppenphase hatten die Finninnen der Nati beim 0:6 aus Schweizer Sicht keine Chance gelassen. Zudem verpassten die Schweizerinnen ihre zweite WM-Bronzemedaille nach 2012. Damals hatte die Nati im kleinen Final trotz zweimaligem Rückstand mit 6:2 triumphiert – gegen Finnland notabene.

Zwei Nackenschläge

Der Start in die Partie verlief denkbar ungünstig. Keine zwei Minuten waren gespielt, als Tanja Niskanen die Skandinavierinnen mit einem ansatzlosen Schuss unter die Torlatte in Führung schoss, von der Schweizer Defensive gänzlich unbehelligt. Finnland zeigte sich agiler und gefährlicher. Den Schweizerinnen steckte der Halbfinal gegen Kanada, der nur 18 Stunden zuvor stattgefunden hatte, offenkundig noch in den Knochen.

Mitte des Startdrittels fand die Nati einen besseren Zugriff und liess die Finninnen nicht mehr frei zur Entfaltung kommen. Und doch musste sich die Schweiz bei Torhüterin Saskia Maurer bedanken, die eine Grosschance der finnischen Stürmerin Michelle Karvinen glänzend vereitelte, und damit das 0:2 kurz vor dem Ende des ersten Drittels.

Zweiter Abschnitt, zweiter Tiefschlag: Ella Viitasuo fasste sich Sekunden nach Wiederbeginn aus grosser Distanz ein Herz, ihr präziser Schuss prallte vom Pfosten ins Tor. Das zweite Erfolgserlebnis verlieh den Silbergewinnerinnen von 2019 die erwünschte Sicherheit. Doch ausgerechnet während einer finnischen Drangphase kehrte die Schweiz zurück: Lara Stalder liess Goalie Anni Keisala keine Chance und verkürzte mit ihrem ersten WM-Treffer zum 1:2 (24.).

Ärgerlicher Wechselfehler

Allerdings vermochte der singuläre Glücksmoment nicht darüber hinwegzutäuschen, dass Finnland das überlegene und zielstrebigere Team stellte. Die Nordländerinnen kamen zu einigen Chancen – und im Powerplay zum dritten Treffer: Petra Nieminens Schuss von der blauen Linie wurde unhaltbar abgefälscht (39.). Bitter für die Schweiz: Die eigene Unterzahl entsprang einem ärgerlichen Wechselfehler, dem zweiten auf Schweizer Seite.

Im Schlussdrittel mühten sich die Eidgenossinnen redlich, brachten das finnische Tor aber zu selten in ernsthafte Gefahr.

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