Wm-Qualifikation
«Geiler Sommer-Abend», «Yakins Poker geht auf»: Das schreibt die Presse nach dem Remis gegen den Europameister

Die Nati überzeugt in der WM-Quali mit dem 0:0 gegen Italien. Die Schweizer Zeitungen reagieren höchst erfreut, die italienischen versuchen derweil Ruhe zu bewahren.

Gabriel Vilares, Peter Walthard
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Murat Yakin (rechts) darf nach seinem ersten Ernstkampf zufrieden sein.

Murat Yakin (rechts) darf nach seinem ersten Ernstkampf zufrieden sein.

Keystone

Nach Verlustpunkten (Italien hat zwei Spiele mehr auf dem Konto) grüsst die Schweiz in der WM-Quali vom Leaderthron. Das hart erkämpfte unentschieden gegen den Europameister honoriert die Schweizer Presse. «Was für ein geiler Sommer-Abend», schreibt der «Blick» und sieht im Spiel eine Fortsetzung des «Sommer-Märchens». An der EM hat man in der Gruppenphase gegen Italien noch sang und klanglos mit 0:3 verloren. Im Gegensatz zu dieser Partie hätten sie «bis zum Umfallen gekämpft.»

Für die «NZZ» ist der gehaltene Elfmeter von Goalie Yann Sommer in der 52. Minute die wichtigste Szene des Spiels gewesen. «Ohne Sommers Abwehr wären die Schweizer wohl nicht zu einer Reaktion fähig gewesen.» In der ersten Halbzeit hätten die Schweizer leiden müssen, in der zweiten seien die Italiener müde geworden und man habe die Ehrfurcht aus Schweizer Sicht ein wenig ablegen können.

Viele Abwesende, Yakin bewahrt Ruhe

Trotz den abwesenden Xhaka (an Covid erkrankt), Freuler (gesperrt), Shaqiri und Embolo (rekonvaleszent) hat sich Murat Yakin in seinem ersten Ernstkampf als Nati-Coach nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das konstatieren die CH-Media-Zeitungen. «Yakin ist kein Trainer, der Probleme sieht, sondern Lösungen.»

Ein Ausrufezeichen: Für die NZZ war der gehaltene Penalty von Yann Sommer die wichtigste Szene.
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Yakin habe sich trotz den vielen Abwesenden nicht aus der Ruhe bringen lassen, schreiben die CH-Media-Zeitungen.
«Welch ein Sommer» titelt der Blick.
Auch wenn die Nati in der Offensive nicht habe überzeugen können: «Yakins Poker geht voll auf»
«Die Schweizer halten sich damit alle Chancen offen, sich direkt für die WM 2022 zu qualifizieren.»
Die italienische Nationalmannschaft ist seit 36 Partien ungeschlagen.
«Butata via», weggeworfen, meint Corriere dello Sport.

Ein Ausrufezeichen: Für die NZZ war der gehaltene Penalty von Yann Sommer die wichtigste Szene.

NZZ

Auch «20 Minuten» stellt den Nationaltrainer ins Zentrum: «Yakins Aufstellungs-Poker geht voll auf». Dieser habe alles richtig gemacht, auch wenn die Nati in der Offensive nicht überzeugt habe. Dafür habe Yann Sommer im Tor die Italiener zur Verzweiflung gebracht. Für «Le Matin» ist der Basler schlicht der «Héros Suisse».

«Dank überragendem Sommer und Moral zum Punkt gegen den Europameister», so titeln die Tamedia-Zeitungen. Das Resultat würde vor allem eines bedeuten: «Die Schweizer halten sich damit alle Chancen offen, sich direkt für die WM 2022 zu qualifizieren.»

Italiener feiern Rekord

Das 0:0 gegen die Schweiz beschäftigt die italienische Fussballwelt nicht übermässig. Italien habe einen Penalty vergeben, die Schweiz ein Unentschieden erzwungen, fasst die Gazzetta dello Sport den Ausgang des Abends im Basler St. Jakob-Stadion zusammen. Dem Stolz auf die Azzurri tut dies keinen Abbruch: Denn trotz torlosem Spiel reichte es der italienischen Nationalmannschaft für einen «absoluten Rekord»: Mittlerweile haben die Italiener nämlich 36 Spiele ohne eine einzige Niederlage geschafft – «die Siegesserie hält an», schreibt das rosarote Blatt.

Bei «Corriere dello Sport» wird der historische Erfolg (36 Partien ohne Niederlage) zwar auch gefeiert, doch man sieht ein, dass der Weg in Richtung Katar nun «kompliziert» werde. «Sehr wahrscheinlich wird über die Qualifikation beim Rückspiel in Rom am 12. November entschieden.»

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