Super League
Sion reagiert auf Talfahrt: Trainer Marco Walker per sofort entlassen

Das 2:6 beim FC Zürich war zu viel. Marco Walker muss seinen Trainerposten in Sion räumen. Wer seine Nachfolge übernimmt, soll demnächst kommuniziert werden.

Dan Urner
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Marco Walker ist als Coach des FC Sion entlassen worden.

Marco Walker ist als Coach des FC Sion entlassen worden.

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Es war erwartet worden, nun ist es besiegelt: Marco Walker ist nicht mehr Trainer des FC Sion. Der 51-jährige Solothurner wurde per sofort freigestellt, «nach einer tiefgreifenden Analyse der Situation». Dies teilten die Walliser am Freitagmittag mit. Der Super-Ligist reagierte damit nach der derben 2:6-Niederlage beim FC Zürich am letzten Wochenende auf die seit Wochen andauernde sportliche Talfahrt.

Walker betreute die Walliser in seiner gut halbjährigen Amtszeit in insgesamt 24 Pflichtspielen. Er hatte das Amt im Laufe der vergangenen Saison übernommen und die Sittener noch unverhofft über den Umweg der Barrage zum Ligaverbleib geführt. Doch der Kredit, den sich Walker durch die anfänglichen Erfolge bei Club-Präsident Christian Constantin erarbeitet hatte, ist inzwischen aufgebraucht. Zuletzt blieb die Equipe in vier Ligaspielen ohne Sieg, erlitt zusätzlich ein peinliches Cup-Out beim Challenge-Ligisten Stade Lausanne Ouchy (0:4). In der Tabelle steht der FC Sion nach neun Runden und neun Punkten auf Rang sieben.

«Der Club ist Marco Walker dankbar dafür, dass er den Club in der Super League gehalten hat», schrieb der FC Sion, der dem entlassenen Coach einen Posten innerhalb des Vereins bis Ende Jahr garantieren will. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler Walker ist nach Abel Braga bereits der zweite Trainer in der Super League, der sein Amt in der noch jungen Saison räumen muss. Braga war Anfang September beim FC Lugano freigestellt worden.

In Kürze werde ein neuer Trainer vorgestellt, blickte der Verein in der Medienmitteilung voraus. Walkers Nachfolger soll bei der nächsten Super-League-Partie an der Seitenlinie stehen: Der FC Sion empfängt am 17. Oktober den FC Basel im Tourbillon.

Enormer Trainerverschleiss setzt sich fort

Dass Marco Walker seinen Platz schon nach kurzer Zeit räumen muss, hängt indes nicht allein mit der sportlichen Misere zusammen. Der FC Sion, dies gilt zuvörderst für seinen Präsidenten Christian Constantin, zeigt sich allgemein wenig zimperlich im Umgang mit seinen Trainern, die sich zumeist nur wenige Monate im Amt halten können. Es ist ein schier beispielloser Verschleiss: Der neue Übungsleiter wird der gesamthaft sechste Coach seit Anfang 2020 beim 13-maligen Cupsieger sein; das kurze Engagement von Constantin selbst, kurz vor Walkers Übernahme im März dieses Jahres, ist in dieser Rechnung nicht berücksichtigt.

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