SKI-WM
Gisin holt nächste Medaille für die Schweiz – Holdener scheidet aus

Mikaela Shiffrin triumphiert in der WM-Kombination vor der Slowakin Petra Vlhova. Michelle Gisin rettet sich im anspruchsvollen Slalom aufs Podest, während sich Wendy Holdener verschätzt.

Frederic Härri
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Michelle Gisin zeigt im Slalom zwar keine brillante Leistung, am Ende reicht es ihr dennoch fürs Podest.

Michelle Gisin zeigt im Slalom zwar keine brillante Leistung, am Ende reicht es ihr dennoch fürs Podest.

Keystone

Die Kombinations-Weltmeisterin von Cortina d’Ampezzo heisst Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin, am Montagvormittag Dritte im Super-G, besticht im Slalom durch eine blitzsaubere Fahrt, der es zwar an Risiko mangelt, die auf der eisigen, pickelharten Piste aber zur Goldmedaille reicht. Für die 25-Jährige ist es bei ihrer ersten Teilnahme an einer WM-Kombination gleich der erste Sieg.

Der Triumph Shiffrins bedeutet auch: Michelle Gisin verpasst zwar den ganz grossen Wurf, gleichwohl darf die 27-Jährige mehr als zufrieden sein. Gisin wird Dritte in der Kombination. Mit Bronze fügt sie dem jetzt schon üppig bestückten Schweizer Medaillenspiegel ein weiteres Edelmetall hinzu. Gisin beginnt den Slalom virtuos, dann aber unterläuft ihr im Mittelteil ein Fehler, der sie auf dem anspruchsvollen Kurs wertvolle Sekunden kostet. Weil viele Athletinnen an diesem Tag Mühe bekunden, ist jedoch keine Parforceleistung vonnöten. Gisin rettet sich mit der drittbesten Zeit ins Ziel.

«Ich habe in beiden Läufen einen Fehler zu viel gemacht», merkt Gisin im Interview danach selbstkritisch an. Und zeigt sich dann doch versöhnlich mit ihrem Resultat:

«Es ist super, die WM so durchzuziehen. So startet es sich doch wunderbar in die technische Woche.»

Und damit ist es bei den Schweizerinnen erneut nicht Wendy Holdener, die im Rampenlicht steht. Die Kombinations-Weltmeisterin von 2017 und 2019 hatte sich für ihre Lieblingsdisziplin sicherlich Chancen ausgerechnet, doch ihre momentane Form steht ihr zu sehr im Weg, als dass ein grösserer Exploit möglich wäre. Die Schwyzerin scheidet bereits nach wenigen Sekunden im Slalom aus. Damit ist auch ihre Leistung im Super-G nicht mehr von Bedeutung, in welchem sie zu konservativ und auf Sicherheit bedacht fuhr.

Konnte es nicht fassen: Wendy Holdeners Medaillenjagd endet im Slalom schon nach wenigen Sekunden.

Konnte es nicht fassen: Wendy Holdeners Medaillenjagd endet im Slalom schon nach wenigen Sekunden.

Keystone

Eine Enttäuschung müssen erneut die Italienerinnen verkraften. Federica Brignone, die Erste des Super-G, erwischt es ebenfalls kurz nach dem Start. Brignone verkalkuliert sich, rutscht auf der eisigen Piste aus und verpasst das dritte Tor. Gleich nach Brignone ist Landsfrau Elena Curtoni dran, die jedoch mehr darauf achtet, heil ins Ziel zu kommen als wirklich Speed aufzubauen. Am Ende wird Curtoni Vierte.

Jasmina Suter und Priska Nufer, die beiden weiteren Schweizerinnen im Feld der Teilnehmerinnen, scheiden aus.