Ski alpin
Odermatt überzeugt erneut und steigt in Beaver Creek wieder aufs Treppchen

Beim zweiten Super-G in Beaver Creek weiss der Nidwaldner Marco Odermatt erneut zu überzeugen: Hinter Aleksander Kilde fährt er auf den zweiten Rang.

Leandro De Mori
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Der Super-G auf dem «Birds of Prey» gilt als eine der anspruchsvollsten Strecken im Ski-Weltcup. Und genau auf dieser Strecke bewies sich Marco Odermatt in den vergangenen Tagen gleich zwei Mal. Die Strecke liegt dem Nidwaldner: Seinen ersten Weltcup-Sieg holte er in ebenfalls Beaver Creek vor zwei Jahren.

Odermatt konnte bereits am Donnerstagabend in Beaver Creek überzeugen, wo der abgesagte Super-G von Lake Louise von letzter Woche nachgeholt wurde. In seiner Paradedisziplin stellte der 24-Jährige seine Konkurrenz in den Schatten: Er gewann vor dem Österreicher Matthias Mayer mit einem Vorsprung von 0,78 Sekunden. Der drittplatzierte Broderick Thompson aus Kanada hatte 0,98 Sekunden Rückstand auf Odermatt. Ein deutliches Zeichen von Seiten des Nidwaldners.

«Gönne ihm den Sieg»

Beim Super-G vom Freitagabend musste sich Odermatt allerdings dem Norweger Aleksander Kilde geschlagen geben. Kilde startete vor Odermatt, legte eine äusserst risikoreiche Fahrt hin und übernahm die Führung um 37 Hundertstel vor dem Amerikaner Travis Ganong.

Bereits vor dem Rennen analysierte Odermatt die Strecke auf der Birds of Prey: «Die Strecke ist heute anders gesteckt, sie weist andere Tücken auf als die Gestrige. Im oberen Teil wird man etwas mehr getragen, ich muss also gut Ski fahren. Im unteren Streckenteil kommt es wohl mehr auf die Technik an.»

Bereits am Donnerstag wusste Odermatt zu überzeugen.

Bereits am Donnerstag wusste Odermatt zu überzeugen.

Robert F. Bukaty / AP

Der technische Teil gelang dem 24-Jährigen folglich nicht makellos. Odermatt war als siebter Fahrer direkt nach Kilde an der Reihe. Beim Start fuhr der Nidwaldner etwas zögerlich, unterbot zur zweiten Zwischenzeit die Zeit des Führenden aber trotzdem relativ deutlich um 0,32 Sekunden. Im letzten Streckenabschnitt scheiterte Odermatt: Weil der Norweger diesen Teil nahezu perfekt fuhr, konnte Odermatt seinen Vorsprung nicht verwerten und kam mit einem hauchdünnen Rückstand von 0,03 Sekunden ins Ziel.

«Die drei Hundertstel könnten auch genau so gut auf meiner Seite stehen», sagt Odermatt im SRF-Interview nach dem Rennen. «Ich muss sagen, dass es heute etwas schwierig war, nach dem gestrigen Sieg wieder eine solche Spannung aufzubauen», fügte er an. Trotz dem knappen Rückstand gönnt er seinem Konkurrenten den Sieg: « Vor zwei Jahren habe ich ebenfalls sehr knapp gegenüber Kilde gewonnen. Wir sind gute Freunde, deshalb gönne ich ihm den Sieg heute.»

Nur Caviezel in den Top 10

Die weiteren Schweizer wussten in Beaver Creek nicht zu überzeugen. Justin Murisier, der am Donnerstag Achter wurde, schied aus dem Rennen aus. Nur Gino Caviezel (+1,46 Sekunden) konnte sich als Neunter noch in den Top 10 platzieren. Beat Feuz (+1,71) fuhr auf den 14. Schlussrang, Loïc Meillard (+1,94) wurde 19.

Nach den beiden Super-G von Donnerstag und Freitag stehen für die Männer am Wochenende zwei weitere Rennen in Beaver Creek an: Am Samstag- und Sonntagabend messen sie sich in der Abfahrt. Zwei Rennen, bei denen Odermatt ebenfalls eine Favoritenrolle zuzuschreiben ist.

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