Ski Alpin
Grenzüberschreitende Abfahrt am Matterhorn könnte bald Realität werden

Am Matterhorn sollen bald die ersten grenzüberschreitenden Skirennen im Weltcup stattfinden. Ein entsprechendes Projekt konkretisiert sich.

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In der Region Zermatt-Cervinia sollen bald Weltcup-Rennen stattfinden. (Symbolbild)

In der Region Zermatt-Cervinia sollen bald Weltcup-Rennen stattfinden. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Künftig sollen die Speed-Athletinnen und -Athleten am Fusse des Matterhorns in eine alpine Weltcup-Saison starten, schreiben der Verband Swiss-Ski und Zermatt Tourismus in einer gemeinsamen Mitteilung vom Donnerstag. Es handelt sich um ein länderübergreifendes Projekt von Swiss-Ski und dem Italienischen Wintersportverband FISI. Ebenfalls involviert sind die lokalen Tourismusorganisationen. Das Streckendesign kommt vom Abfahrts-Olympiasieger Didier Défago, unter dessen Leitung laut Mitteilung bereits Begehungen mit Bernhard Russi und den Renndirektoren des internationalen Skiverbands FIS stattgefunden haben.

«Die Rennen am Matterhorn wären die ersten grenzüberschreitenden in der Geschichte des Weltcups», schreiben die Verbände weiter. Die Abfahrt wäre mit einem Start von 3'899 Metern über Meer zudem die höchste der Welt. Bereits im Herbst 2023 könnte das erste Weltcup-Speed-Opening in der Region durchgeführt werden. Da zwischen Mitte Oktober und Mitte November finden bislang keine Weltcup-Rennen stattfinden, würden auch keine bestehenden Austragungsorte konkurrenziert, heisst es in der Mitteilung weiter.

Russi: Skiverband braucht neue Produkte

Bernhard Russi, Vorsteher des FIS-Alpin-Komitees, spricht am Donnerstag gegenüber «Blick» von einer «grandiosen Idee». Diese setze in einer Zeit an, in der Athletinnen und Trainer nach Möglichkeiten lechzen würden, zu trainieren oder Rennen zu fahren. «Der internationale Skiverband braucht solche Produkte und Erneuerung, um auf dem Markt bestehen zu können», so Russi. Er gehe davon aus, dass das Projekt von der FIS angenommen wird.

Die Rennen am Matterhorn brächten für den Skisport zahlreiche Vorteile, so Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann. So könne die Lücke zwischen dem Weltcup-Start in Sölden und den ersten Speed-Rennen verkürzt werden. Die FISI und Swiss-Ski zeigen sich zuversichtlich, dass Speed-Weltcup-Rennen für die Frauen und die Männer in der Matterhorn-Region bald Aufnahme in den Long-Term-Kalender der FIS finden werden.