Ski alpin
Curtoni gewinnt den Super-G in Cortina d'Ampezzo, Gisin wird Dritte

Die Italienerin Elena Curtoni feiert auf der Olimpia delle Tofane ihren ersten Sieg im Super-G, während ihre Landsfrau Sofia Goggia nach einem Sturz ausscheidet. Michelle Gisin fährt als beste Schweizerin auf das Podest.

Dan Urner
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Michelle Gisin liess der Freude über ihren Podestplatz freien Lauf.

Michelle Gisin liess der Freude über ihren Podestplatz freien Lauf.

Keystone

Dass eine Italienerin das Klassement eines Speed-Rennens anführt, das hat sich dank Sofia Goggia schon beinahe zur Gewohnheit gemausert. Auch im Super-G in Cortina d’Ampezzo war der Spitzenplatz in italienischer Hand – allerdings war der Triumph für einmal nicht Goggia vorbehalten, sondern ihrer Landsfrau Elena Curtoni. Die 30-Jährige feierte ihren ersten Sieg im Super-G, gewann knapp mit neun Hundertstelsekunden Vorsprung vor der Österreicherin Tamara Tippler.

Grund zur Heiterkeit bestand auch aus Schweizer Sicht: Michelle Gisin fuhr dank einem rundum überzeugenden Lauf auf den dritten Platz (+ 0.24) – und durfte ihren ersten Super-G-Podestplatz seit 2017 bejubeln. «Sensationell» sei das Ergebnis, jauchzte die vor Freude strahlende Obwaldnerin im anschliessenden TV-Interview. «Der heutige Tag ist fantastisch, ich kann dazu nicht mehr sagen.»

Goggia sorgt für Schockmoment

Sofia Goggia, die in der laufenden Weltcupsaison bereits sechs Siege vorzuweisen hat, musste ihre Hoffnungen auf einen neuerlichen Triumph dagegen frühzeitig begraben. Die Italienerin hielt dank einer sauberen und kontrollierten Fahrt zunächst Schritt mit der Bestzeit, verlor in einer Kompression im Mittelteil jedoch die Balance – und sorgte mit einem schweren Sturz für einen unschönen Höhepunkt.

Schon vor einer Woche war die Speed-Dominatorin der laufenden Saison in der Abfahrt im österreichischen Zauchensee gestürzt. Ob eine schwerere Verletzung vorliegt und damit auch Olympia in Gefahr gerät, war unmittelbar nach dem Vorfall noch nicht klar. Die 29-Jährige, die augenscheinlich über Schmerzen im linken Knie klagte, wurde für Untersuchungen ins Spital gebracht.

Corinne Suter verpasste das Podium derweil nur knapp. Die Schwyzerin machte im untersten Sektor ihren Rückstand aus oberen Streckenteilen wett und schaffte es auf einen guten fünften Rang. Zufrieden war die 27-Jährige im Anschluss freilich nicht: Der Rang sei okay, «aber mein Gefühl war nicht so gut». Jasmine Flury, die vor allem in den oberen Streckenabschnitten zu reüssieren wusste, fuhr als drittbeste Schweizerin auf Position elf (+ 0.67).

Gut-Behrami überzeugt nicht

Lara Gut-Behrami kam auf der Olimpia delle Tofane nicht ganz in Fahrt.

Lara Gut-Behrami kam auf der Olimpia delle Tofane nicht ganz in Fahrt.

Keystone

Das innige Liebesverhältnis zwischen Lara Gut-Behrami und der Olimpia delle Tofane scheint indes vorderhand erkaltet zu sein. Die Tessinerin, die sich in Cortina d’Ampezzo im Vorjahr zur Super-G-Weltmeisterin gekrönt hatte, blieb am Sonntag blass, häufte bei einer zu verhaltenen Fahrt 83 Hundertstel Rückstand an und kam nur auf Rang 13. Schon in der Abfahrt am Vortag hatte sie sich lautstark über die diffizilen Windbedingungen echauffiert.

Joana Hählen landete an ihrem 30. Geburtstag unterdessen immerhin auf Rang 18 und beschenkte sich folglich mit 13 Weltcup-Punkten (+ 1.81). Auch Stephanie Jenal (25., + 2.32), Priska Nufer (29., + 2.7) und Delia Durrer (30., + 3.18).

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