Riesenslalom in Adelboden
Endlich! Odermatt beschert uns ersten Riesen-Sieg am Chuenisbärgli seit 2008

Marco Odermatt hält dem Druck stand und verteidigt in Adelboden die Führung aus dem 1. Lauf. Der 24-jährige Nidwaldner löst damit endlich Marc Berthod ab – der letzte Schweizer, der im Berner Oberland triumphierte.

Gabriel Vilares
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Marco Odermatt mit einem kräftigen Jubelschrei: Der 24-Jährige gewinnt auch das Riesenslalom-Heimrennen in Adelboden.

Marco Odermatt mit einem kräftigen Jubelschrei: Der 24-Jährige gewinnt auch das Riesenslalom-Heimrennen in Adelboden.

Keystone

Beinahe schon eine Ewigkeit mussten sich die Schweizer Fans gedulden. Nun, nach 14 Jahren, kann Marco Odermatt die Durststrecke endlich beenden. Der 24-jährige Nidwaldner gewinnt den Riesenslalom am Chuenisbärgli und löst damit in Adelboden Marc Berthod als letzten Schweizer Riesenslalom-Sieger ab.

«Schwierig, das Ganze in Worte zu fassen», sagte der strahlende Sieger nach vollbrachter Tat im Interview. «Ich war heute unglaublich nervös. Als ich beide Male den Sessel in Richtung Starthaus bestiegen habe, sind mir die Tränen gekommen. In diesen Tagen ist viel zusammengekommen. Ich habe versucht, alle Erwartungen auszublenden.»

Jubeltaumel im Berner Oberland

Man kann sich nur schwer vorstellen, unter welchem Druck Marco Odermatt in den letzten Tagen stand. Seine Leistung umso beeindruckender. Der Schweizer «Sportler des Jahres» überquerte die Ziellinie 48 Hundertstel vor dem Österreicher Manuel Feller. Jubeltaumel im Berner Oberland. Nachdem das Rennen im vergangenen Jahr pandemiebedingt ohne Zuschauer ausgetragen werden musste, kehrte am Samstag nun auch das Ambiente in Adelboden unter Einhaltung der 3G-Regel wieder zurück.

«Die Stimmung war mega geil. Ich hatte schon immer den Wunsch, an diesem Ort etwas ganz grosses zu erreichen. Es gibt für mich nichts Schöneres», sagte Odermatt in die Kameras. Der Franzose Alexis Pinturault (+0.54) komplettierte das Podest mit Rang 3.

Neben das Treppchen fuhr Justin Murisier. Obwohl das Geburtstagskind mit dem unbeliebtem 4. Rang vorliebnehmen musste, durfte sich der Walliser zufrieden zeigen. War doch der Rückstand mit 1.23 Sekunden auf das Podest schliesslich doch beachtlich. Loïc Meillard (8.), Gino Caviezel (11.), Cedric Noger (22.) und Daniele Sette (27.) sorgten insgesamt aber für ein starkes Swiss-Ski-Ergebnis.

Odermatt der Dominator

Zurück zu Odermatt, der im fünften Riesenslalom der Saison damit zum vierten Mal siegen konnte und diese Disziplin derzeit nach belieben dominiert. Im schwierigsten Rennen der Saison beweist er all sein Können, spricht vom schwierigsten Wettkampf, den er jemals gefahren sei. Zu spüren bekommen dies 23 Athleten, welche die Ziellinie im 1. Durchgang nicht zu sehen bekommen. Im 2. Lauf scheidet dann nur noch ein weiterer Fahrer aus.

Odermatt liess sich davon allerdings nicht beeindrucken und feierte am Samstag in Adelboden seinen insgesamt 9. Weltcup-Sieg der Karriere. Der Vorsprung im Gesamt-Weltcup auf den Norweger Aleksander Kilde beträgt nun bereits satte 376 Punkte. Beinahe schon unheimliche Zahlen, wenn man bedenkt, dass Odermatt erst 24-jährig ist. Beste Voraussetzungen, um am Sonntag beim Slalom in Adelboden ein weiteres Schweizer Ski-Fest zu erleben.

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