Rassismusvorwurf
«Quotenschwarzer!» Hertha schmeisst Jens Lehmann wegen Beleidigung an Sky-Experte Dennis Aogo raus

Wieder einmal hatte sich der als Skandalgoalie berühmt-berüchtigte Jens Lehmann nicht im Griff: Seine beleidigende Nachricht an Dennis Aogo war nur ein Fehltritt von vielen in den letzten Jahren.

Gina Kern
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Jens Lehmann verschickte eine zweifelhafte Nachricht per Handy und wurde als Aufsichtsrat bei Hertha BSC per sofort entlassen.

Jens Lehmann verschickte eine zweifelhafte Nachricht per Handy und wurde als Aufsichtsrat bei Hertha BSC per sofort entlassen.

AP

Der ehemalige deutsche Nati-Goalie und eben entlassener Hertha-Aufsichtsrat Jens Lehmann ist nicht nur ein Skandalgoalie, er ist auch ein Rambo und er fiel auch immer wieder mit Unsportlichkeiten auf. Vor einem Jahr verblüffte er öffentlich mit fragwürdigen Aussagen zum Coronavirus. Als Torhüter zog er vor Jahren einen Gegenspieler an den Haaren oder trat mit den Stollen seines Schuhs auf Spieler ein. Wenn er mit Schiedsrichterentscheiden nicht zufrieden war, zeigte er den Vogel und kassierte Gelb. Aber auch Fans wurden von ihm beleidigt, bekamen kein Autogramm, weil sie nicht genug höflich fragten. Noch besser: Im Februar 2009 will er Mannschaftskollege Khalid Boulahrouz züchtigen und zieht ihm bei einem UEFA-Cup-Spiel das Stirnband ab und schmeisst es hinter sein Tor.

Der Fall Aogo

Dienstagabend kurz vor 22 Uhr. Der ehemalige deutsche Fussball-Nati-Goalie und heutige Aufsichtsrat bei Hertha BSC, Jens Lehmann, verschickt eine Whatsapp mit folgendem Inhalt: «Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?», stand in der mit einem lachenden Smiley versehenen Nachricht, die Sky-Experte Dennis Aogo bei Instagram veröffentlichte. «WOW, dein Ernst? Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!», schrieb Aogo dazu.

Dennis Aogo, heute TV-Experte, hier bei Schalke 04 2016.

Dennis Aogo, heute TV-Experte, hier bei Schalke 04 2016.

EPA

Lehmann entschuldigte sich inzwischen bei Aogo und postete dies bei Twitter:

Hertha BSC begrüsst die Entlassung Lehmanns

Jens Lehmann hat nach seiner WhatsApp-Nachricht an Ex-Profi Dennis Aogo seinen Posten im Aufsichtsrat von Hertha BSC verloren. «Wir haben den Beratervertrag mit Jens Lehmann aufgelöst. Damit ist auch seine Tätigkeit im Aufsichtsrat von Hertha BSC beendet», sagte ein Sprecher am Mittwoch. Hertha BSC begrüsste die Entlassung Lehmanns.

Rechtfertigung via Medien

Gegenüber der Bild-Zeitung versicherte der 51-jährige Lehmann, die Nachricht sei «überhaupt nicht so gemeint» gewesen, «sondern positiv». Es sei von ihm «unglücklich ausgedrückt» gewesen: «Da die WhatsApp von meinem Handy raus ging, übernehme ich die Verantwortung dafür. Es war eine private Nachricht.»

Für wen Lehmanns Meldung gedacht war, ist weiter unklar. Lehmann sass als Vertreter von Investor Lars Windhorst im Aufsichtsrat des Fussball-Bundesligisten Hertha BSC.