Premier League
Umstrittene Übernahme genehmigt: Saudi-Konsortium kauft Premier-League-Club

Dass Newcastle United an eine Investorengruppe mit saudischer Beteiligung veräussert wurde, spaltet die Gemüter. Am Donnerstag hat die Premier League den Deal bewilligt, Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten.

Dan Urner
Drucken
Teilen
Jubel bei den Newcastle-Fans: Sie sehen im Verkauf ihres Clubs vor allem sportliche Chancen.

Jubel bei den Newcastle-Fans: Sie sehen im Verkauf ihres Clubs vor allem sportliche Chancen.

Keystone

Der Fussballclub Newcastle United hat einen neuen Besitzer. Die Geschicke des englischen Traditionsverein liegen von nun an in den Händen eines Konsortiums, das gemäss britischen Medien 300 Millionen Pfund (etwa 380 Millionen Franken) für die Übernahme bezahlt hat. Am Donnerstag bewilligte die Premier League den Deal. Im Sommer 2020 hatte das Konsortium ein erstes Übernahmeangebot noch zurückgezogen.

Sportlich eröffnet der Schritt den «Magpies» grosse Chancen, krebste das Team aus Newcastle upon Tyne im Nordosten Englands in den letzten Jahren doch eher im unteren Tabellenmittelfeld herum. Die Übernahme bietet Newcastle beträchtliche finanzielle Möglichkeiten; es ist nicht auszuschliessen, dass der Club künftig die eine oder andere namhafte Verstärkung akquirieren kann. Die erste Reaktion der Fans mutet denn auch wenig verwunderlich an: Gleich nach der Vollzugsmeldung des Deals versammelten sich zahlreiche Anhängerinnen und Anhänger vor dem St. James' Park, der Heimstätte von Newcastle United, und feierten die Übernahme ekstatisch.

Amnesty International kritisiert saudischen Einfluss

Dass sich aber einige Fans für die spontanen Feierlichkeiten in Scheich-Gewänder hüllten, verweist sogleich auf den höchst umstrittenen Aspekt des Verkaufs. Die Investorengruppe steht massgeblich unter saudi-arabischem Einfluss. Der Golfstaat steht seit langer Zeit wegen seiner desaströsen Menschenrechtslage international in der Kritik. Zwar sicherte das Konsortium zu, keiner staatlicher Kontrolle Saudi-Arabiens zu unterliegen. Doch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte prompt vor «Sportswashing», nämlich dem «Versuch der saudischen Behörden, ihre katastrophale Menschenrechtsbilanz mit Hilfe des Glanzes der Premier League zu verschleiern».

Beispiele für solch umstrittene Übernahmen existieren bereits: So befindet sich Paris Saint-Germain unter der Kontrolle des WM-Austragungslandes Katar, Manchester City wird massgeblich von einem in Abu Dhabi ansässigen Hauptanteilseigner gesteuert.

Aktuelle Nachrichten