Playoff-Viertelfinals
Lakers schalten Lugano nach Marathonspiel aus – Auch Servette steht in den Halbfinals – ZSC Lions vergeben den ersten Matchpuck – Zug legt gegen Bern wieder vor

Die Rapperswil-Jona Lakers schaffen die Sensation und stehen nach einem 4:3-Sieg nach doppelter Verlängerung erstmals seit 2006 im Halbfinale. Auch Servette entscheidet die Serie gegen Gottéron. Lausanne kommt gegen den ZSC wieder heran, und Bern ist gegen Zug unter Siegzwang.

Sportredaktion CH Media
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Lausanne HC – ZSC Lions 5:2 (Serie 2:3)

Lausannes Christoph Bertschy erzielte in Spiel fünf seinen ersten persönlichen Treffer der Serie gegen den ZSC.

Lausannes Christoph Bertschy erzielte in Spiel fünf seinen ersten persönlichen Treffer der Serie gegen den ZSC.

Pascal Muller / freshfocus

(frh) Die ZSC Lions machen auf Anhieb den Eindruck, dass sie ihren ersten Matchpuck in Lausanne um jeden Preis verwandeln wollen. Gerade mal drei Minuten braucht der Gast für sein erstes Tor. Sven Andrighetto kurvt ums Tor, bringt die Scheibe nicht an Lausanne-Goalie Stephan vorbei, Raphael Prassl aber steht goldrichtig und verwertet den Abpraller zur Führung.

Vom Startfurioso der Zürcher lassen sich die Lausanner nicht beeindrucken. In einem munteren Spiel, das hin und her wogt, gelingt ihnen vier Minuten vor Ende des ersten Drittels der Ausgleich. Nach einem gewonnenen Bully schalten die Hausherren schnell, Charles Hudon will die Scheibe in die Mitte zu seinem besser postierten Mitspieler legen, trifft mit seinem harten Pass aber nur ZSC-Akteur Phil Baltisberger, der die Scheibe unhaltbar für Waeber ins eigene Tor lenkt. Mit 1:1 geht es in die erste Unterbrechung.

Zu Beginn des zweiten Drittels verhindert ZSC-Goalie Weber einen erstmaligen Rückstand, als er den Schuss von Denis Malgin mirakulös entschärft. Malgin war ungestört auf sein Tor zugestürmt. Auf der anderen Seite hat Andrighetto eine gute Möglichkeit, wird aber im letzten Moment abgedrängt. In der 33. Minute hat der Zürcher Stürmer das Glück schliesslich auf seiner Seite: Bei einem Konter spielt Prassl den Topskorer frei, der zieht direkt ab und trifft zur abermaligen Führung.

Lausanne aber steckt nicht auf: 39 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels schliesst Malgin aus der Drehung ab, die Scheibe landet zum 2:2 im Zürcher Tor. Und damit nicht genug: Die Sirene hinein ins Schlussdrittel ist kaum ertönt, da steht es 3:2 für das Heimteam. Drei Lausanner stürmen aufs Tor von Waeber, am Ende ist es Christoph Bertschy, der zur erstmaligen Führung vollendet.

Bei den ZSC Lions ist das Nervenkostüm dünn. Das zeigt sich besonders an der Person von Sven Andrighetto. An der Bande schlägt er Hudon den Stock mit einem Crosscheck gegen den Kopf und kassiert eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. Die verbleibenden fünf Minuten müssen die Zürcher in Unterzahl bestreiten.

Das Powerplay nutzen die Lausanner zu ihrem vierten und fünften Treffer. Nach einem Bully erhöht Lukas Frick zum 4:2, Cory Emmerton trifft in der letzten Minute ins leere Tor zum 5:2. Der HC Lausanne gewinnt und schafft in der Serie den Anschluss.

Alle Tore im Video

Video: TV24

Lugano – Rapperswil-Jona 3:4 nach Verlängerung (Serie 1:4, Rapperswil-Jona qualifiziert für die Halbfinals)

Die Explosion der Emotionen nach dem entscheidenden Tor von Gian-Marco Wetter (Mitte, Nr. 72)

Die Explosion der Emotionen nach dem entscheidenden Tor von Gian-Marco Wetter (Mitte, Nr. 72)

Freshfocus / Michela Locatelli

(sim) Die Experten waren sich einig zu Saisonbeginn. In den Playoffs würden die Rapperswil-Jona Lakers nichts zu suchen haben in dieser Saison. Ein gutes halbes Jahr später lässt sich sagen: Experten können sich irren, und zwar doppelt. Nach dem überraschenden Erfolg gegen Biel in den Pre-Playoffs lassen die St.Galler im Viertelfinale den nächsten Favoriten straucheln. 4:1 gewinnt der 10. der Qualifikation die Serie gegen den Zweiten Lugano.

Der letzte Schritt auf dem Weg zum Coup ist ein hartes Stück Arbeit - und ein Geduldsspiel für die Mannschaft von Jeff Tomlinson, der die St.Galler Ende Saison verlassen wird. Nach zwei torlosen Dritteln bedarf es der Hilfe von Niklas Schlegel, um den Bann zu brechen. Der Lugano-Goalie vertändelt in der 42. Minute den Puck hinter dem eigenen Tor, verliert die Orientierung. Steve Moses legt vors Tor, wo Jeremy Wick einschiessen kann.

Der US-Amerikaner ist eine prägende Figur in den Reihen der Lakers, denn nach Romain Loeffels Ausgleich bringt der 31-Jährige die St.Galler innert vier Minuten mit zwei Toren in Front. Zu diesem Zeitpunkt spricht alles für die zweite Halbfinalqualifikation Rapperswil-Jonas nach 2006, auch nach Jani Lajunens Anschlusstreffer in der 58.Minute ist die Zeit der beste Freund der St.Galler. Doch elf Sekunden vor dem Ende rettet ein Schuss von Luca Fazzini die Luganesi in die Verlängerung.

Und diese dauert. Beide Teams sind bestrebt, möglichst keine Fehler zu machen, gehen entsprechend vorsichtiger zu Werke als noch in der regulären Spielzeit, aber die Lakers agieren weiterhin mutiger. Den Luganesi ist anzumerken, dass ein dummer Puckverlust, ein Fehler in der Abstimmung, eine Unachtsamkeit, das Ende der Saison bedeuten könnten. Beide Teams können einmal im Powerplay agieren, doch die Entscheidung sollte auch in diesen Überzahlsituationen nicht fallen.

Im zweiten Zusatzdrittel bleiben die St. Galler aktiver. Roman Cervenka und Steve Moses vergeben gute Möglichkeiten, und eröffnen so einem die Möglichkeit zum gefeierten Helden zu werden, den die wenigsten in dieser Rolle erwartet hätten. Gian-Marco Wetter, 20-jähriger Stürmer in seiner zweiten Saison bei Rapperswil-Jona, bezwingt Niklas Schlegel mit einem Handgelenkschuss und sorgt um 23:35 Uhr, in der 97. Spielminute (!), für den umjubelten 4:3-Sieg der Lakers und den Einzug ins Halbfinale.

Alle Tore im Video

Video: TV24

Zug – Bern 5:2 (Serie 3:2)

Zuger Jubel in der Bossard Arena. Die Teamkollegen gratulieren Lino Martschini zu dessen Treffer zum 4:2.

Zuger Jubel in der Bossard Arena. Die Teamkollegen gratulieren Lino Martschini zu dessen Treffer zum 4:2.

Marc Schumacher / freshfocus

(sim) Es ist die Serie der Heimteams. Der EV Zug geht in der Serie gegen den SC Bern wieder in Führung. Der überlegene Qualifikationssieger gewinnt Spiel 5 5:2 und glänzt am Mittwochabend mit exzellenten Starterqualitäten. Bereits nach anderthalb Minuten bringt Livio Stadler die Zentralschweizer mit seinem ersten Playofftor in Führung. Nur fünf Minuten später kann Dario Simion erhöhen.

Es ist eine Hypothek, der die Berner immer hinterher rennen sollten. Zwar verkürzt Simon Moser noch im ersten Abschnitt im Powerplay, aber Carl Klingberg stellt kurz nach Spielhälfte den alten Abstand wieder her. Die Berner kommen zwar kurz vor der zweiten Pause wieder heran, Thierry Bader trifft auf Pass von Beat Gerber, der sein 1000. Spiel in der National League bestritt, aber die Zuger können erneut reagieren. Nur 16 Sekunden später trifft Lino Martschini und versetzt der Moral des amtierenden Meisters den entscheidenden Knick.

Denn im letzten Abschnitt zeigt sich der SCB zwar bemüht, kann Leonardo Genoni aber nicht bezwingen. Vier Sekunden vor dem Ende sorgt Tobias Geisser für den Schlussstand. Bleibt es eine Serie der Heimteams, sollte sich der SCB ob der dritten Niederlage nicht beunruhigen lassen. Schliesslich findet Spiel 6 am Freitag wieder in Bern statt.

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Video: TV24

Fribourg – Servette 0:5 (Serie 1:4, Genf qualifiziert sich für die Halbfinals)

Servettes Spieler freuen sich über einen souveränen 5:0-Sieg und den Einzug in die nächste Runde.

Servettes Spieler freuen sich über einen souveränen 5:0-Sieg und den Einzug in die nächste Runde.

Anthony Anex / KEYSTONE

(frh) Nachdem Gottéron den ersten Vergleich für sich entschied, gingen die folgenden drei Derbys allesamt an Servette. Für die Fribourger waren besonders die letzten beiden Duelle bitter, als sie beim 0:4 und 3:8 ohne Chance blieben.

Und denkbar schlecht geht auch das fünfte Spiel für Gottéron los. In der 3. Minute zieht Noah Rod ab, Retto Berra lässt den eigentlich haltbaren Schuss passieren. In der Folge verdient sich Servette die frühe Führung und hat mehrmals die Chance, das Skore zu erhöhen. Bis zur ersten Drittelspause bleibt es allerdings beim einen Treffer.

Im zweiten Drittel zeigt sich Gottéron verbessert, trifft einmal nur den Aussenpfosten, kriegt aber kurz vor Ende den zweiten Nackenschlag verpasst, als Servette einen Gegenangriff blitzsauber ausführt. Nach zwei Stationen landet die Scheibe bei Mathieu Vouillamoz, der nur noch den Stock zum ersten Playoff-Tor seiner Karriere hinhalten muss.

Im Schlussdrittel brechen bei Gottéron dann alle Dämme. Zwischen der 50. und 55 legt Servette durch Winnik, Rod und abermals Vouillamoz die Treffer drei bis fünf nach und sichert sich souverän den Einzug ins Halbfinale.

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Video: TV24