Olympische Spiele
Belinda Bencic hat gleich doppelten Grund zur Freude: zweimal Viertelfinal

Belinda Bencic steht sowohl im Einzel als auch im Doppel – zusammen mit Viktorija Golubic – im Viertelfinal. Die Ostschweizerin zeigt sich nach dem Marathon-Tag kein bisschen müde.

Gabriel Vilares
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Belinda Bencic benötigte im Einzel gegen die Tschechin Barbora Krejcikova Zeit, Nerven und Geduld.

Belinda Bencic benötigte im Einzel gegen die Tschechin Barbora Krejcikova Zeit, Nerven und Geduld.

Laurent Gillieron / KEYSTONE

Der Jubelschrei von Belinda Bencic (WTA 12) auf Platz Nummer zwei im Ariake Tennis Park war deutlich hörbar. Die 24-jährige Ostschweizerin verwandelte nach 1:53 Stunden mittels Rückhandwinner ihren ersten Matchball gegen die Tschechin Barbora Krejcikova (WTA 11) zum 1:6, 6:2, 6:3. Bis dahin war es ein langer und nervenaufreibender Weg.

Die 25-jährige Tschechin kam mit breiter Brust zum Achtelfinal-Spiel. Drei der vier letzten Turniere hatte Krejcikova gewinnen können – darunter die French Open. In 23 Partien musste sie lediglich einmal als Verliererin vom Platz. Von diesen Zahlen liess sich auch Bencic beeindrucken: «Ich hatte zu oft an das gedacht und zu Beginn zu viel Respekt vor ihr.» Im Match, welches erst mit einstündiger Verspätung wegen den schlechten Witterungsbedingungen gestartet werden konnte, geriet die Schweizerin nach Break mit 1:3 in Rücklage. Danach entluden sich wieder die Wolken über Tokio – Spielunterbruch.

Nach einem rund zweistündigem Unterbruch fand Bencic bei der Fortsetzung keinen Zugriff ins Spiel, musste den Satz gleich mit 1:6 abgeben. Der Frust musste raus, der Schläger dafür hinhalten. Es nützte, denn Bencic wirkte wie ausgewechselt. Im 2. Durchgang gelang ihr im Stand von 2:1 ein Break. Der Wendepunkt im Spiel. «Nach dem 1. Satz hatte ich nichts mehr zu verlieren. Eine taktische Anpassung und eine Portion Lockerheit haben sich für mich bezahlt gemacht.» Mit einem 6:2 gelang der Schweizerin der Satzausgleich.

Bencic am Mittwoch wieder mit Doppelschicht

Der Entscheidungssatz war enger und umkämpfter. Zwar gelang Bencic früh ein Break, doch die Tschechin reagierte mit einem Rebreak postwendend. Beim Stand von 4:3 nahm Bencic ihrer Kontrahentin wieder den Aufschlag ab, das war die Entscheidung.

Im Viertelfinal am Mittwochmorgen (ca. 05:30 Uhr) wartet auf dem Center Court die Russin Anastasia Pawljutschenkowa (WTA 18) auf die Ostschweizerin. Gegen die diesjährige French-Open-Finalistin hat Bencic eine positive Bilanz (4:2). «Ich kenne sie gut. Eine, die gerne aggressiv spielt.»

Viktorija Golubic (hinten) und Belinda Bencic (am Netz) behalten im Doppel nach einem Krimi das bessere Ende für sich.

Viktorija Golubic (hinten) und Belinda Bencic (am Netz) behalten im Doppel nach einem Krimi das bessere Ende für sich.

Laurent Gillieron / KEYSTONE

Nicht einmal zwei Stunden Erholungszeit waren Bencic vergönnt, da musste sie schon wieder auf den Tennisplatz. Diesmal mit Doppel-Partnerin Viktorija Golubic. Das Spiel gegen das spanische Duo Muguruza/Suarez Navarro schaukelte sich zu einem Herzschlagfinal hoch und musste im Champions-Tiebreak entschieden werden, in welchem die Schweizerinnen das glücklichere Ende für sich behielten (3:6, 6:1, 11:9). Auch am Mittwoch muss Bencic gleich zweimal auf den Platz: «Ich fühle mich gut, bin überhaupt nicht müde.» Im Doppel-Viertelfinal treffen die Schweizerinnen auf das australische Duo Perez/Stosur.

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