Nach UEFA-Drohung
«Wir werden unter Druck gesetzt» – Real, Barça und Juve wehren sich

Die UEFA möchte wegen den Super-League-Plänen gegen Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin vorgehen. Nun wehren sich die drei Spitzenklubs. Und FIFA-Chef Infantino schaltet sich in den Streit ein.

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Fussballfans haben sich im April gegen die Gründung einer europäischen Super League gewehrt – etwa vor dem Emirates Stadion in London.

Fussballfans haben sich im April gegen die Gründung einer europäischen Super League gewehrt – etwa vor dem Emirates Stadion in London.

AP

(gav/dpa) Neun der zwölf Gründungsmitglieder der Super League werden unter Auferlegung von Sanktionen wieder eingegliedert. Weil Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin bis anhin keine Erklärung des europäischen Fussballverbands unterschrieben haben, möchte die UEFA disziplinarisch gegen diese drei Klubs vorgehen. Das teilt der Kontinentalverband am Freitagabend mit. Am Samstagmorgen folgt nun die Reaktion der drei Spitzenklubs – ebenfalls in einer Mitteilung.

In dieser weisen sie die Drohungen des Kontinentalverbands zurück. Zugleich bekräftigten der FC Barcelona, Real Madrid und Juventus Turin mit Nachdruck, dass ihre Pläne für die Zukunft des Fussballs wichtig seien. «Die Gründungsvereine wurden und werden von dritter Seite in inakzeptabler Weise unter Druck gesetzt, bedroht und beleidigt, damit sie das Projekt aufgeben und somit von ihrem Recht und ihrer Pflicht absehen, Lösungen für das Ökosystem Fussball durch konkrete Vorschläge und einen konstruktiven Dialog zu finden», heisst es in der gemeinsamen Mitteilung.

Spitzenklubs wiederholen Kritik an Fussballindustrie

Zum Wohle des Fussballs und für die finanzielle Nachhaltigkeit habe man die Pflicht, «verantwortungsvoll zu handeln und beharrlich nach angemessenen Lösungen zu suchen, trotz des inakzeptablen und andauernden Drucks und der Drohungen seitens der UEFA», heisst es in der Mitteilung weiter.

Man habe die Super League mit dem Ziel gegründet, «Lösungen für die derzeitige unhaltbare Situation in der Fussballindustrie zu finden und eine finanzielle Stabilität für die gesamte europäische Fussballfamilie zu schaffen, die derzeit unter den Auswirkungen einer tiefen Krise leidet, die das Überleben vieler Vereine bedroht.»

Infantino hält sich bei Sanktionen gegen Super-League-Klubs zurück

Zudem hätten die ursprünglich zwölf Gründungsvereine «ausdrücklich» vereinbart, dass die neue europäische Super League nur dann stattfinden wird, wenn ein solcher Wettbewerb von der UEFA und/oder dem Weltverband FIFA anerkannt wird. UEFA und FIFA hätten sich bisher geweigert, darüber auch nur schon «angemessen» zu diskutieren.

Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich am Samstag zur möglichen Bestrafung der drei europäischen Fussballklubs geäussert. «Für mögliche Sanktionen gibt es unabhängige und kompetente Gremien, die analysieren müssen, was zu tun ist», sagte der Walliser gegenüber der spanischen Sportzeitung AS. Er sei ebenfalls klar gegen eine europäische Super League. «Allerdings muss man genau über die nächsten Schritte nachdenken», so Infantino.