Nach Ausschreitungen
Sportministerin Viola Amherd möchte personalisierte Tickets an Fussballspielen

Solche Ausschreitungen wie nach dem Zürcher Derby sollen nie wieder vorkommen. Bundesrätin Viola Amherd möchte dies mit personalisierten Tickets erreichen.

Gabriel Vilares
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Solche Bilder wie am Zürcher Derby sollen sich nie wieder abspielen. Sportministerin Viola Amherd drängt auf personalisierte Tickets.

Solche Bilder wie am Zürcher Derby sollen sich nie wieder abspielen. Sportministerin Viola Amherd drängt auf personalisierte Tickets.

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Der Klassiker zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel stand unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit. Ein Hochrisikospiel. Ein solches Spiel mit erhöhtem Risiko fand eine Woche davor ebenfalls im Letzigrund statt. Nach dem Zürcher Derby kam es zu massiven Ausschreitungen. Diesmal sind die Fangruppierungen nicht aufeinander getroffen. Es blieb ruhig. Auch dank eines erheblichen Aufgebots der Stadtpolizei Zürich. Wasserwerfer, Sperrgitter-Fahrzeuge und Uniformierte in Vollschutzmontur standen bereit.

Wie weiter mit Chaoten, die durch Zünden und Werfen von Petarden und Pyros Menschen an Leib und Seele gefährden? Mit dieser Frage beschäftigt sich Sportministerin Viola Amherd bereits 2019. GC-Chaoten erzwangen damals in Sion durch wiederholten Einsatz von Pyrotechnik einen Spielabbruch. Die Mitte-Bundesrätin sagte damals: «Solche Ereignisse sind nicht zu tolerieren und dürfen nie wieder vorkommen. Man muss diese Leute anzeigen und dann hart bestrafen.»

Als hätte die 59-Jährige die Krawalle rund um das Zürcher Derby bereits geahnt, empfing sie wenige Tage zuvor Vertreter der Fussballszene und die Kantone zu einem Treffen in Bern. Die «NZZ am Sonntag» berichtet, dass die Magistratin den Verantwortlichen ins Gewissen geredet habe und konkrete Vorschläge unterbreitet habe. So sollen die personalisierten Tickets und strikte Stadionverbote ein Thema gewesen sein.

Klubs suchen Schlupflöcher bei Covid-Zertifikat

Vor der Corona-Pandemie wehrten sich die Klubs vehement gegen personalisierte Tickets. Der Aufwand sei gross, wenig praktikabel und nutzlos in einer Fankurve mit Tausenden von Zuschauern, so die Argumente der Klubvertreter. Das Covid-Zertifikat hat gezeigt, dass ein solcher Einlass funktioniert. Auch wenn gewisse Klubs Schlupflöcher in dieser Hinsicht gesucht und gefunden haben. So kann man beispielsweise am Spieltag in einem Fanshop nach erfolgter Kontrolle einen Bändel erwerben. Mit diesem verschafft man sich einen «Schnellzugang» ins Stadion, muss statt den Ausweis und das Covid-Zertifikat nur noch das Ticket vorweisen.

Die Vereine haben bedenken, dass viele ihrer Zuschauer bei personalisierten Tickets fernbleiben würden. Erlebt hat das der FC Sion, der zur neuen Saison als einziger Schweizer Klub solche Tickets eingeführt hat. Dazu wurde der Gästesektor noch geschlossen. Diese Massnahme wurde inzwischen wieder aufgehoben, weil sie im Vergleich zu den anderen Vereinen zu einer Ungleichbehandlung führte, erklärten die Walliser in einer Mitteilung.

Seit vergangener Woche wissen wir, dass sich das Komitee der Swiss Football League (SFL) mit der Schliessung der Gästesektoren auseinandersetzt. Geht es nach Bundesrätin Viola Amherd würden noch personalisierte Tickets hinzukommen. Es scheint wohl nur eine Frage der Zeit zu sein, bis mindestens eines dieser beiden Mittel in Anspruch genommen werden wird.

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