MLS-Abenteuer vorbei
Nach 50. Spiel gefeuert: Chicago Fire trennt sich von Raphael Wicky

Raphael Wicky muss bei den Chicago Fire seinen Trainerposten räumen. Der Schweizer Coach konnte den US-Verein nicht dorthin führen, wo ihn der ambitionierte Eigentümer haben möchte.

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Der Schweizer Coach Raphael Wicky steht nicht mehr länger an der Seitenlinie bei Chicago Fire in der MLS.

Der Schweizer Coach Raphael Wicky steht nicht mehr länger an der Seitenlinie bei Chicago Fire in der MLS.

Keystone

In der Nacht auf Donnerstag gewinnt Raphael Wicky in der Major League Soccer (MLS) mit seinen Chicago Fire noch mit 2:0 gegen New York City FC. Trotzdem war das 50. Spiel an der Seitenlinie für Chicago für den 44-jährigen Walliser sein letztes. Das teilt der Verein am Donnerstagnachmittag in einer Mitteilung mit.

Im Dezember 2019 startete für Raphael Wicky nach Trainerstationen beim FC Basel und der U17-Nationalmannschaft der USA das Abenteuer in der höchsten US-amerikanischen und kanadischen Spielklasse. In der ersten Saison verpasst er mit seinem Team als Elfter die Playoffs. Sechs Spieltage vor Ende der Regular Season steht man nun auf dem 12. Tabellenrang und liegt 12 Punkte hinter den Playoff-Plätzen zurück. Eine Qualifikation ist damit unwahrscheinlich – deshalb ziehen die Verantwortlichen jetzt die Reissleine.

Bald in der Super League?

Die Verantwortlichen: Das sind der Schweizer Sportdirektor Georg Heitz und Joe Mansueto, Eigentümer des Klubs. Der 65-jährige Milliardär hat erst vor Kurzem auch den FC Lugano übernommen. Heitz lässt sich in der Mitteilung wie folgt zitieren: «Ich möchte mich bei Raphael Wicky für seinen unermüdlichen Einsatz, sein Vorhaben, uns jeden Tag zu einem besseren Verein zu machen, bedanken.» Und weiter heisst es: Der Verein habe es dennoch für den richtigen Zeitpunkt befunden, Trainer Wicky jetzt darüber zu informieren, dass man die Option auf eine Vertragsverlängerung mit ihm nicht werde ausführen wollen.

Der 44-jährige Raphael Wicky muss sich trotz Rauswurf nun aber kaum berufliche Sorgen machen. Der Ex-Nati-Spieler dürfte schon bald bei einigen Super-League-Vereinen als Wunschkandidat gehandelt werden, sobald denn irgendwo ein Trainerstuhl wackelt. (gav)