MÄNNER-KOMBINATION
Meillard macht Fehler und gewinnt trotzdem Bronze – Aerni und Caviezel scheitern

Beinahe wäre der Medaillentraum für Loïc Meillard geplatzt, doch der Schweizer fängt sich rechtzeitig für Platz 3. Marco Schwarz dominiert in seiner Paradedisziplin, zwei Schweizer scheiden aus.

Frederic Härri
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Eine Mischung aus Ärger und Freude beim Zieleinlauf: Loïc Meillard scheidet im Mittelteil beinahe aus und holt trotzdem Bronze.

Eine Mischung aus Ärger und Freude beim Zieleinlauf: Loïc Meillard scheidet im Mittelteil beinahe aus und holt trotzdem Bronze.

Keystone

Der österreichische Trumpf sticht: Marco Schwarz gewinnt die Kombination an der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo. Der stärkste Slalomfahrer im Weltcup-Klassement nutzt seine hervorragende Ausgangslage (Platz 4) aus dem Super-G und sichert sich mit einem makellosen Lauf in seiner Paradedisziplin die Goldmedaille. Fassungslos bleibt hingegen Alexis Pinturault zurück. Dem amtierenden Kombinations-Weltmeister ist eigentlich wenig vorzuwerfen, er überzeugt sowohl im Super-G als auch im Slalom, trotzdem reicht es in der Gesamtabrechnung nur für Platz 2.

Bronze holt sich Loïc Meillard ab. Der Romand startet als Sechster in den Slalom, kommt gut und wendig in die Kurven, dann bleibt er im Mittelabschnitt um ein Haar hängen. Doch der 24-Jährige fängt sich und fährt mit der drittbesten Gesamtzeit ins Ziel. «Ich habe mich geärgert, ein Fehler wie dieser kostet immer sehr viel Zeit», gibt Meillard im Anschluss zum Besten. Nur um anzufügen:

«Naja, es könnte viel schlimmer sein.»

Am selben Ort, an dem der Medaillentraum für Meillard beinahe platzt, endet der Arbeitstag von Luca Aerni. Der Emmentaler durfte sich als Achter berechtigte Hoffnungen auf einen Platz ganz weit vorne machen, doch diese Hoffnungen rutschen mit ihm zusammen auf der eisigen Unterlage aus. «Ich bin zu direkt in die Kurve rein und weggekippt», sagt Aerni im Anschluss. Auch Gino Caviezel schafft es nicht ins Ziel: Bereits nach wenigen Sekunden ist für ihn der Slalom nach einem Fahrfehler zu Ende. Justin Murisier beendet die Kombination auf Rang 8.

Ein kleines kanadisches Märchen

Einige Beobachter hatten vielleicht auf ein Märchen gehofft in der Kombination. Im Super-G vom Vormittag sah es lange nach einer klaren Führung für den Franzosen Alexis Pinturault aus – bis James Crawford kam. Als 32. Fahrer gestartet schob sich der weitgehend unbekannte Kanadier völlig überraschend an die Spitze und genoss ein paar Stunden Ruhm. Der Slalom nämlich zählt nicht zu den Stärken des 23-Jährigen, was bei seiner Fahrt am Nachmittag augenscheinlich wird. Und doch spielt all dies letztlich keine Rolle: Weil viele der Slalomspezialisten an der anspruchsvollen Aufgabe scheitern, wird Crawford sensationeller Vierter in der WM-Kombination.