Fussball im Ausland
Lille entthront PSG – Juventus verdrängt Napoli

Neapel verspielt die Champions-League-Qualifikation am letzten Spieltag. Liverpool und Chelsea spielen dagegen auch in der kommenden Saison in der Königsklasse.

Sportredaktion CH Media
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Deutschland – Bundesliga

Drama im Abstiegskampf: Bremen muss runter, Köln darf hoffen

Yann Sommer pariert mirakulös gegen Werder-Stürmer Davie Selke.

Yann Sommer pariert mirakulös gegen Werder-Stürmer Davie Selke.

Freshfocus

Die Fans von Werder Bremen weinen bittere Abstiegstränen: Das Bundesliga-Gründungsmitglied muss zum zweiten Mal nach 1980 den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Der Wechsel zu Interimstrainer Thomas Schaaf verpuffte völlig, die teil desolaten Hanseaten verloren am 34. Spieltag mit 2:4 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach und stürzten am Ende eines monatelangen Negativlaufs noch auf einen direkten Abstiegsplatz ab.

Schon der erste echte Angriff brachte einen schweren Rückschlag für Werder (3.). Lars Stindl vollendete eine Kombination der Gäste zum Führungstreffer, die Bremer verhielten sich dabei viel zu passiv. Kurz nach dem Wechsel erhöhte Marcus Thuram auf 2:0 für die Borussia (52.), bevor auch noch Rami Bensebaini (58.) und Florian Neuhaus (67.) gegen nun desolate Hausherren nachlegten. Milot Rashica (81.) nach Videobeweis und Niclas Füllkrug (83.) gelangen die Ehrentore für die Norddeutschen. Yann Sommer, Schweizer Goalie im Trikot der Mönchengladbacher, absolvierte wie seine Nati-Kollegen Denis Zakaria und Nico Elvedi das gesamte Spiel. Breel Embolo wurde in der 74. Minute eingewechselt.

Erlösung in der Schlussphase: Der 1. FC Köln hat sich dank einer Energieleistung und Schützenhilfe doch noch den Relegationsplatz in der Bundesliga gesichert. Das 1:0 (0:0) gegen Schalke 04 genügte, um vom vorletzten auf den 16. Platz zu springen, weil Werder Bremen ausgerechnet beim grossen Kölner Rivalen Borussia Mönchengladbach verlor.

Sebastiaan Bornauw (86.) sorgte mit seinem Treffer für den so dringend benötigten Sieg. Friedhelm Funkel, der Mitte April als Nachfolger von Trainer Markus Gisdol geholt worden war, kann seine Rettermission damit in der Relegation womöglich noch erfolgreich abschliessen. Dort geht es am Mittwoch (18.30 Uhr) und Samstag (18.00 Uhr) gegen den Dritten der 2. Bundesliga.

Freude dagegen in Ostwestfalen: Aufsteiger Arminia Bielefeld um den Schweizer Cédric Brunner bleibt überraschend ein weiteres Jahr in der Bundesliga. Die Mannschaft von Frank Kramer, die vor der Saison von vielen Experten als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt worden war, kam beim VfB Stuttgart zu einem schwer erkämpften, aber verdienten 2:0 (0:0) und sicherte sich im spannenden Abstiegsfinale vor den viel höher gehandelten Teams aus Köln und Bremen den 15. Tabellenplatz.

Fabian Klos erzielte in der 66. Minute per Foulelfmeter das umjubelte 1:0 für eine leidenschaftlich auftretende Arminia, die bereits 2008 in Stuttgart am letzten Spieltag alles klar gemacht hatte. Der auffällige Ritsu Doan erhöhte in der 72. Minute auf 2:0. Die Arminia verhinderte so den achten Abstieg aus dem Oberhaus. Der VfB verpasste durch die Niederlage als Neuling nach einer insgesamt starken Saison die Qualifikation für die europäische Conference League. (sid/dur)

Lewandowski überflügelt Gerd Müller

Robert Lewandowski hat Bundesliga-Geschichte geschrieben und den «ewigen» Torrekord von Gerd Müller gebrochen. Der Weltfussballer traf am letzten Spieltag bei der Partie des feststehenden Meisters Bayern München gegen den FC Augsburg in der 90. Minute zum 5:2-Endstand. Damit hat Lewandowski 41 Treffer in der laufenden Spielzeit erzielt. Der alte Rekord von «Bomber» Müller aus der Saison 1971/72 lag bei 40 Toren.

Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg hat sich derweil mit einer Heimniederlage in die Sommerpause verabschiedet. Die Niedersachsen verloren gegen den FSV Mainz 05 nicht unverdient mit 2:3 (0:1). Die lange abstiegsgefährdeten Gäste bestätigten ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen und waren ein mehr als gleichwertiger Gegner. Wolfsburgs Kevin Mbabu spielte bis zur 57. Minute.

Für den Führungstreffer sorgte Jean Paul Boetius. Der Mittelfeldspieler schloss in der 44. Minute einen sehenswert vorgetragenen Angriff mit einem Flachschuss ab. Maximilian Philipp (47.) glich aus. In der 54. Minute war Robin Quaison zum 2:1 für die Rheinhessem erfolgreich, erneut wirkte die Wolfsburger Hintermannschaft unsortiert. Joao Victor (66.) glich erneut aus, doch Stefan Bell (78.) stellte auf 3:2 für den FSV. (sid/dur)

Terzic und Hütter verabschieden sich mit Siegen, Nagelsmann und Leipzig unterliegen

Pokalsieger Borussia Dortmund hat Edin Terzic einen perfekten Abschied als Cheftrainer beschert. Der BVB besiegte zum Saisonabschluss Bayer Leverkusen mit 3:1 (1:0) und baute damit die beeindruckende Serie im Endspurt auf sieben Siege in Folge aus. Die Champions-League-Qualifikation hatten die Dortmunder bereits vor dem letzten Spieltag in der Bundesliga sicher.

Erling Haaland (5., 84.) und Marco Reus (51.) erzielten die Treffer der Gastgeber, bei denen Terzic als Co-Trainer von Marco Rose vorgesehen ist. Der eingewechselte Lars Bender in seinem letzten Spiel als Profi verkürzte per Foulelfmeter (89.). Für Leverkusen ging es ebenfalls um nichts mehr, das Ticket für die Europa League war bereits vorher gebucht. Für Dortmund waren mit Manuel Akanji und Roman Bürki zwei Schweizer im Einsatz.

Adi Hütter hat bei Eintracht Frankfurt nach den zahllosen Querelen und Enttäuschungen der vergangenen Wochen einen halbwegs versöhnlichen Abschied geschafft. Das Team des Österreichers gewann nach dem Verpassen der Champions-League-Qualifikation am letzten Spieltag mit 3:1 (0:0) gegen den SC Freiburg und beendete die Saison mit einer Rekordbilanz von 60 Punkten.

Andre Silva (62., Handelfmeter nach Videobeweis), Almamy Toure (87.) und Ragnar Ache (90.+2) schossen die Eintracht zum erst zweiten Sieg im sechsten Spiel seit der Abschiedsankündigung von Hütter. Woo-Yeong Jeong (77.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Zum ersten Mal seit 47 Jahren und zum dritten Mal insgesamt blieb die SGE damit in einer kompletten Bundesliga-Saison zu Hause ungeschlagen.

2000 Fans durften dem Heimspiel von Union Berlin beiwohnen: Sie sahen einen 2:1-Sieg gegen RB Leipzig.

2000 Fans durften dem Heimspiel von Union Berlin beiwohnen: Sie sahen einen 2:1-Sieg gegen RB Leipzig.

Keystone

Union Berlin, vom Schweizer Urs Fischer trainiert, hat sich indes mit einer dramatischen Schlussoffensive den Traum vom Europapokal erfüllt. Durch einen spektakulären 2:1 (0:0)-Sieg gegen RB Leipzig sicherte das Überraschungsteam aus Köpenick am 34. Bundesliga-Spieltag Tabellenplatz sieben und zog in die neue Conference League ein. In der zweiten Saison im Oberhaus konnten 2000 Fans im Stadion An der Alten Försterei somit den grössten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern.

Marvin Friedrich (67.) und Max Kruse (90.+2) trafen für die Eisernen, die als Abstiegskandidat in die Spielzeit gestartet waren. Justin Kluivert (55.) hatte RB zuvor in Führung gebracht. Union übertraf den elften Platz aus der Premierensaison folglich klar und steht am 19. und 26. August in den Play-offs zur Conference League. Leipzig hatte schon vor dem letzten Spiel unter dem zum FC Bayern abwandernden Trainer Julian Nagelsmann als Vizemeister festgestanden. (sid/dur)

Sami Khedira verliert zum Karriereende

Sami Khedira hat sich mit einer Niederlage vom Profifussball verabschiedet. Der Weltmeister von 2014 unterlag mit Hertha BSC am letzten Bundesliga-Spieltag 1:2 (1:0) bei der TSG Hoffenheim. Damit kassierten die zwischenzeitlich stark abstiegsbedrohten Berliner nach einer Serie von acht Partien ohne Niederlage noch eine Pleite am Saisonende.

Sargis Adamjan (49.) und Andrej Kramaric (90.) waren für die Hoffenheimer erfolgreich, die in der siebten Begegnung in Folge ohne Niederlage blieben. Vladimir Darida (43.) traf für die Hertha, bei denen die Zukunft von Trainer Pal Dardai und Sportdirektor Arne Friedrich offen ist. Die Entscheidung obliegt dem zukünftigen Sportvorstand Fredi Bobic. (sid)

Die Tabelle

England – Premier League

Der FC Chelsea ist sicher in der Champions League dabei, trotz einer Pleite gegen Aston Villa am letzten Spieltag der Premier League.

Der FC Chelsea ist sicher in der Champions League dabei, trotz einer Pleite gegen Aston Villa am letzten Spieltag der Premier League.

Keystone

Der FC Chelsea spielt in der kommenden Saison sicher in der Königsklasse, unabhängig von einem möglichen Turniersieg in der laufenden Spielzeit. Die Londoner sind trotz einer 1:2-Niederlage bei Aston Villa Vierter, weil Leicester City beim 2:4 gegen Tottenham Hotspur den nötigen Sieg verpasste, um die Blues von den Champions-League-Rängen zu stossen. FA-Cup-Sieger Leicester muss mit der Europa League vorliebnehmen.

Liverpool sicherte seine Qualifikation ebenfalls: Die Elf von Trainer Jürgen Klopp gewann 2:0 gegen Crystal Palace und beendet die Saison auf dem dritten Tabellenplatz. Manchester City, das schon vorab als Meister feststand, siegte derweil gegen Everton deutlich mit 5:0; Stadtrivale United gewann in Wolverhampton mit 2:1.

Arsenal gewann mit Granit Xhaka gegen Brighton mit 2:0, verpasst aber die Conference League.

Arsenal gewann mit Granit Xhaka gegen Brighton mit 2:0, verpasst aber die Conference League.

Keystone

Der FC Arsenal hat mit Granit Xhaka gegen Brighton & Hove Albion 2:0 gewonnen – den internationalen Wettbewerb aufgrund des gleichzeitigen Erfolgs von Lokalrivale Tottenham als Tabellenachter allerdings verpasst. Damit stehen die Spurs in der neu geschaffenen Conference League. Andi Zeqiri kam bei Brighton nicht zum Einsatz.

Fabian Schär beschloss die Saison unterdessen mit einem persönlichen Erfolgserlebnis: Der Schweizer in Diensten von Newcastle United traf per Penalty zum 2:0-Endstand bei Absteiger FC Fulham. (dur)

Die Tabelle:

Italien – Serie A

Clubikone Gianluigi Buffon verabschiedet sich mit einem Sieg von Juventus Turin. Er sass gegen Bologna allerdings auf der Bank.

Clubikone Gianluigi Buffon verabschiedet sich mit einem Sieg von Juventus Turin. Er sass gegen Bologna allerdings auf der Bank.

Keystone

Italiens Rekordmeister Juventus Turin hat sich auch ohne Superstar Cristiano Ronaldo auf den letzten Drücker für die Champions-League qualifiziert. In der Serie A gewann das Team von Trainer Andrea Pirlo im Saisonfinale 4:1 (3:0) beim FC Bologna und sprang vom fünften auf den vierten Tabellenplatz. Juve profitierte davon, dass die SSC Neapel nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Hellas Verona hinauskam.

Hinter Meister Inter (91) wurde der AC Mailand (79) durch ein 2:0 (1:0) in Bergamo (78) noch Zweiter und verdrängte Atalanta auf Rang drei. Hinter Juventus (78) schloss Neapel (77) als Fünfter ab und muss in die Europa League.

Vier Tage nach dem Pokalsieg machte Juventus schon vor der Pause alles klar. Federico Chiesa (6.), Alvaro Morata (29./47.) und Adrien Rabiot (45.) trafen für die Bianconeri. Für Bologna war Riccardo Orsolini (85.) erfolgreich. Ronaldo sass 90 Minuten auf der Bank.

Turins hoher Sieg wäre nutzlos gewesen, hätte neben Milan auch Neapel gewonnen. Inter und Bergamo hatten schon vor dem 38. Spieltag den Champions-League-Platz sicher. (sid)

Meister Inter Mailand feierte zum Abschluss einen deutlichen Erfolg gegen Udinese Calcio.

Meister Inter Mailand feierte zum Abschluss einen deutlichen Erfolg gegen Udinese Calcio.

Keystone

Inter Mailand darf bestens gelaunt die Meisterfeierlichkeiten antreten: Der längst feststehende Titelträger siegte deutlich mit 5:1 gegen Udinese Calcio. Ashley Young (8.), Christian Eriksen (44.), Lautaro Martínez (55., Penalty), Ivan Perisic (64.) und Romelu Lukaku (71.) erzielten die Tore der Mailänder. (dur)

Die Tabelle:

Spanien – Primera Division

Atlético Madrid hat den elften Titel seiner Vereinsgeschichte perfekt gemacht.

Atlético Madrid hat den elften Titel seiner Vereinsgeschichte perfekt gemacht.

Keystone

Atlético Madrid hat den Titelgewinn perfekt gemacht: Die von Diego Simeone trainierte Mannschaft verwandelte bei Real Valladolid einen Rückstand in einen 2:1-Sieg und errang somit die elfte spanische Meisterschaft in seiner Vereinshistorie. Angel Correa (57.) und Luis Suarez (67.) trafen für die Madrilenen. Dass Stadtrivale Real zeitgleich 2:1 gegen den FC Villareal gewann, fiel nicht mehr ins Gewicht. Auch der Tabellendritte FC Barcelona siegte zum Abschluss, die Katalanen setzten sich durch einen Treffer von Antoine Griezmann (81.) in Eibar durch. (dur)

Die Tabelle:

Frankreich – Ligue 1

Der OSC Lille hat die Meisterschaft perfekt gemacht: Die Nordfranzosen bezwangen Angers mit 2:1.

Der OSC Lille hat die Meisterschaft perfekt gemacht: Die Nordfranzosen bezwangen Angers mit 2:1.

Keystone

Paris St. Germain hat den vierten Meistertitel in Folge in der französischen Ligue 1 verpasst. Das Starensemble aus der Hauptstadt gewann zwar mit 2:0 (1:0) bei Stade Brest - der Titel ging jedoch zum vierten Mal in der Klubgeschichte an den OSC Lille, der einen mageren Punkt Vorsprung auf PSG durch einen 2:1 (2:0)-Sieg bei SCO Angers erfolgreich verteidigte.

Der brasilianische Superstar Neymar (19.) verschoss in Brest früh einen Foulelfmeter. PSG ging kurz vor der Pause durch ein Eigentor von Romain Faivre (37.) in Führung, Weltmeister Kylian Mbappe (71.) erhöhte. In Angers brachte Jonathan David (10.) Lille in Führung. Der türkische Nationalspieler Burak Yilmaz (45.+1) stellte alle Weichen auf Sieg. PSG hatte zuvor sieben Meistertitel in den letzten acht Jahren gewonnen. Lille hatte sich zuletzt 2011 den Titel gesichert.

In Angers brachte Jonathan David (10.) Lille in Führung. Der türkische Nationalspieler Burak Yilmaz (45.+1) stellte alle Weichen auf Sieg.

Die AS Monaco sicherte parallel das Ticket für die Champions-League-Qualifikation. Der Mannschaft von Trainer Niko Kovac reichte beim RC Lens ein 0:0, um den wichtigen dritten Platz mit 78 Punkten zu behaupten.

Rang vier berechtigt nur noch zum Start in der Europa League, diesen belegt der frühere Serienmeister Olympique Lyon (76), der eine 2:1-Halbzeitführung verspielte und 2:3 gegen OGC Nizza verlor. Ebenfalls im «kleinen Europapokal» vertreten ist Olympique Marseille. (sid)

Die Tabelle: