Fussball-EM
Kritik nicht nur an der Schweizer Nati: Die Türkei steht vor dem Showdown gehörig unter Druck

Die Türkei war im Vorfeld der Euro als Geheimfavoritin gehandelt worden. Doch zwei blamable Auftritte haben für Ernüchterung gesorgt – und für harsche Kritik.

Dan Urner
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Trainer Senol Günes steht mit seinen Türken unter Zugzwang. Und selbst mit einem Sieg über die Schweiz ist die Achtelfinalteilnahme fraglich.

Trainer Senol Günes steht mit seinen Türken unter Zugzwang. Und selbst mit einem Sieg über die Schweiz ist die Achtelfinalteilnahme fraglich.

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Vladimir Petkovic hat sich mit emotionalen Worten an das Schweizer Publikum gewandt. In einem offenen Brief äusserte der Nati-Coach Verständnis für die Enttäuschung über die blutleere Darbietung gegen Italien. Zudem bat der Tessiner um Solidarität und Unterstützung vor dem alles entscheidenden Duell in Gruppe A am Sonntag gegen die Türkei.

Vom Geheimfavoriten zur «schlechtesten Mannschaft des Turniers»

Doch auch sein türkisches Pendant hat vor dem Showdown nicht viel zu lachen. Senol Günes steht ebenso wie seine Mannschaft im Kreuzfeuer der Kritik, finden sich die Türken doch nach zwei sang- und klanglosen Pleiten gegen Italien und Wales am Ende der Gruppe wieder und haben selbst bei einem Sieg über die Schweiz das Weiterkommen alles andere als sicher.

Die türkische Zeitung «Posta» schrieb von der «schlechtesten Mannschaft des Turniers» – einer Diagnose, der nach Anblick der beiden zahnlosen Vorstellungen nur schwerlich zu widersprechen ist. Auch statistisch ist keine Equipe schlechter, weder Punkte noch Tore stehen bis anhin zu Buche.

Dabei war das mit zahlreichen arrivierten Spielern gespickte Team der Türkei vor dem Turnier als Geheimfavorit gehandelt worden. Zudem werden mit dem Namen Günes glorreiche Erinnerungen in Verbindung gebracht. 2002 hatte er dem türkischen Fussball den grössten Erfolg der Historie beschert, führte das Team als Trainer auf einen sensationellen dritten Platz an der WM in Japan und Südkorea. «Wir sind hier mit Träumen gestartet», befand der 69-Jährige nach den Niederlagen, er sei «verantwortlich für die schlechten Ergebnisse». Und deutete damit möglicherweise seinen Abschied nach der EM an. Sein Stuhl scheint jedenfalls bedenklich zu wackeln.

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