Fussball-EM 2022
Die Titelverteidigerinnen warten: happige Auslosung für die Schweiz

Mit den Titelverteidigerinnen und den Olympia-Finalistinnen warten zwei harte Brocken auf die Schweiz im kommenden Jahr an der Fussball-EM. Für Nati-Coach Nils Nielsen alles andere als eine Traumgruppe. Kämpferisch gibt er sich trotzdem.

Gabriel Vilares
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Auf die Schweizerinnen rund um Nati-Coach Nils Nielsen warten an der EM harte Brocken.

Auf die Schweizerinnen rund um Nati-Coach Nils Nielsen warten an der EM harte Brocken.

Keystone

Bevor die britische Sängerin Ellie Goulding die Auslosungszeremonie zur Frauen-EM am Donnerstagabend in Manchester eröffnete, war den Schweizerinnen bereits bewusst, dass aus den ersten beiden Töpfen anspruchsvolle Gegnerinnen gezogen werden würden. Als die Schweiz der Gruppe C zugelost wurde, war klar: Viel kniffliger könnte die Aufgabe im kommenden Jahr in England kaum werden.

Mit den Holländerinnen warten die Titelverteidigerinnen der letzten Ausgabe. Die Schwedinnen mussten sich im Olympia-Final diesen Sommer erst im Elfmeterschiessen geschlagen geben. Die Skandinavierinnen sind hinter den Amerikanerinnen gemäss FIFA-Weltrangliste das zweitbeste Team der Welt. Als erstes bekommt es die Equipe von Nationalcoach Nils Nielsen in ihrer zweiten EM-Teilnahme nach 2017 am 9. Juli jedoch mit den Russinnen zu tun. Auf dem Papier das schwächste Team der Gruppe.

Ich dachte nur: «Oh mein Gott.»

«Oh mein Gott, das wird schwierig. Das waren meine ersten Gedanken», so die Worte von Nils Nielsen. «Wenn ich mit meinem Kopf denke, dann haben wir keine Chance. Aber wir spielen mit dem Herz und dann ist alles möglich.» Für den 49-jährigen Übungsleiter ist seine Auswahl keineswegs in einer Traumgruppe gelandet. Nielsen gibt offen zu, dass er lieber in der Gruppe D gelandet wäre.

Nichtsdestotrotz gibt sich der Nati-Coach kämpferisch: «Wir werden alles versuchen, um in die K.o.-Phase einzuziehen. Wir haben ein gutes Team und im vornherein ist gar nicht verloren.» Um das Viertelfinal zu erreichen müssen die Schweizerinnen eines der ersten beiden Plätze erreichen. Die Schwedinnen seien für ihn der klare Favorit. Nicht nur in der Gruppe, sondern für den Turniersieg.

Die Trainer der vier Equipen der Gruppe C v.l.n.r.: Yuri Krasnozhan (Russland) , Jessica Torny (Holland, Assistenztrainerin), Peter Gerhardsson (Schweden) und Nati-Coach Nils Nielsen.

Die Trainer der vier Equipen der Gruppe C v.l.n.r.: Yuri Krasnozhan (Russland) , Jessica Torny (Holland, Assistenztrainerin), Peter Gerhardsson (Schweden) und Nati-Coach Nils Nielsen.

Keystone

Im ersten Gruppenspiel gegen die Russinnen müssen die Schweizerinnen bereits punkten. Ansonsten dürfte der Traum vom Weiterkommen bereits platzen. «Natürlich haben wir da die beste Chance auf Punkte. Doch sie sind nicht einfach auszurechnen. In der Vergangenheit haben sie zwar nicht so viele Titel wie die Holländerinnen oder die Schwedinnen geholt, aber das wird keine einfache Aufgabe.»

Eröffnungsspiel: England - Österreich

Das grosse Los zog unser östlicher Nachbar Österreich. Sie dürfen das Eröffnungsspiel am 6. Juli gegen die Gastgeberinnen aus England im Old Trafford in Manchester bestreiten. Der Final wird am 31. Juli im Wembley-Stadion in London über die Bühne gehen.

Das Turnier hätte ursprünglich im Sommer dieses Jahres stattfinden sollen. Weil aber die Männer-EM und die Olympischen Spiele bereits verschoben werden mussten, entschloss sich das UEFA-Exekutivkomitee für eine Verlegung auf 2022. Man wollte der Endrunde die grösstmögliche Bühne bieten.

«Bei den Überlegungen stand unser Engagement für das Wachstum des Frauenfussballs stets im Vordergrund. Durch die Verschiebung der EM um ein Jahr stellen wir sicher, dass der Vorzeigewettbewerb des Frauenfussballs das einzige grosse Turnier des Sommers bleibt und somit seine wohlverdiente Aufmerksamkeit erhält», so die Worte von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin damals.

Von nun an bis zum 16. November können sich Fans für alle Tickets anmelden, bzw. bewerben. Danach wird bestimmt, wer den Spielen beiwohnen darf. Die zufällige Billett-Lotterie soll allen die gleiche Chance bieten. Der Ticketvorverkauf für die Schweizer Gruppenspiele startet für Schweizer Fans am Freitag und läuft über den Schweizerischen Fussballverband.

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