Fussball
Ein Geistesblitz führt St. Gallen ins Cup-Endspiel

Die Ostschweizer folgen Luzern dank einer Schlitzohrigkeit von Basil Stillhart in den Final des Schweizer Cups. Servette bezahlt die miserable Chancenverwertung teuer.

Dan Urner
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Der St. Galler Mittelfeldspieler Basil Stillhart (2.v.l.) wird nach seinem entscheidenden Treffer von seinen Teamkollegen gefeiert.

Der St. Galler Mittelfeldspieler Basil Stillhart (2.v.l.) wird nach seinem entscheidenden Treffer von seinen Teamkollegen gefeiert.

Keystone

Knapp 83 Minuten waren gespielt, als alles mit einer Flanke rechnete. Basil Stillhart deutete eine Hereingabe an, zielte stattdessen aufs Tor – und erwischte Servette-Goalie Jérémy Frick auf dem völlig falschen Fuss.

Auf dem Papier waren die Rollen vorab recht klar verteilt gewesen: Die Genfer (Platz 3 in der Super League) gingen gegen den Tabellenachten St. Gallen klar favorisiert in den Halbfinal. Dass im Cup gleichwohl andere Gesetze gelten, hätte Jeremy Guillemot bereits nach wenigen Sekunden nochmals darlegen können, doch der Stürmer verzog freistehend knapp. Auf der Gegenseite scheiterte Grejohn Kyei aus kurzer Distanz per Kopf am Torhüter der Ostschweizer (4.).

Allgemein wurden die 100 anwesenden Zuschauer Zeugen eines temporeichen und intensiven Spielbeginns, in dem beide Teams zahlreiche Gelegenheiten zur Führung ungenutzt liessen. Die grösste Chance vergab erneut Kyei: Miro Muheim rettete den Ball auf der Torlinie für den bereits geschlagenen Goalie Lawrence Ati Zigi (26.). Auch Alex Schalk verpasste unbedrängt die Führung der Romands (41.).

Biedere zweite Halbzeit

Hatten die beiden Mannschaften im ersten Durchgang noch aufreizend luftig verteidigt, kam das Geschehen nach der Pause ungleich spröder daher. Allein an der fehlenden Kaltschnäuzigkeit beider Offensivreihen änderte sich wenig. Servette übernahm weitgehend die Kontrolle und zeigte mehr Spielwitz, war aber selten zwingend. Bezeichnend für die zweiten 45 Minuten, dass ein Foul am meisten Aufregung hervorrief: Gaël Ondoua durfte sich glücklich schätzen, dass sein überhartes Einsteigen gegen Lukas Görtler nur mit einer Gelben Karte sanktioniert wurde (73.).

In der Schlussphase näherten sich die kampfstarken St. Galler dem Treffer zunehmend an. Der Geistesblitz Stillharts brachte schliesslich die Entscheidung zugunsten der Ostschweizer, die nun im Final am 24. Mai auf den FC Luzern treffen und dort die Chance auf den zweiten Cupsieg nach 1969 haben.

Servette FC – FC St. Gallen 0:1 (0:0)

Tor: 83. Stillhart 0:1.