Europa League
Der Glaube an ein zweites Wunder von Bern

Die Young Boys empfangen am Donnerstag (21.00 Uhr, Wankdorf) Ajax Amsterdam zum Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League. Für den Schweizer Meister wird dies zur «Mission Impossible».

Simon Wespi
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Sieht die Dinge realistisch und glaubt dennoch an den Erfolg: YB-Trainer Gerardo Seoane.

Sieht die Dinge realistisch und glaubt dennoch an den Erfolg: YB-Trainer Gerardo Seoane.

Urs Lindt / Freshfocus

Es wird zur Herkules-Aufgabe – möchte YB die Viertelfinals der Europa League noch erreichen. Das zweite und allen voran das dritte Gegentor im Hinspiel, sind für gelb-schwarz eine grosse Hypothek. Zu stark und zu abgeklärt war der Gegner aus Amsterdam. Trainer Gerardo Seoane sagte unmittelbar nach der Partie: «Das war eine Lehrstunde für uns.»

Ob die Schweizer die notwendigen Schlüsse aus der Hinspiel-Niederlage (0:3) gezogen haben? Man darf gespannt sein. Trainer Seoane jedenfalls hat einen klaren Plan: «Wir wollen den Gegner offensiver verteidigen.» Akzente zu setzen gilt es auch in der Offensive. In Holland hatten die Berner grosse Mühe, Torgefahr zu kreieren.

Hinten dicht und vorne effizient

Die erste Halbzeit gegen Leverkusen lässt die YB-Fans hoffen. Damals schenkten die Berner dem Bundesligisten gleich drei Tore in der ersten Halbzeit ein. Warum also, soll dies nicht auch gegen Ajax über 90 Minuten gelingen? Doch der YB-Trainer ist darauf bedacht Schritt für Schritt zu nehmen. «Wir wissen, dass es eine grosse Hypothek ist. Es macht keinen Sinn für uns, an ein 3:0 oder an ein 4:0 zu denken.»

«Die Aufgabe, gegen Ajax drei Tore zu erzielen und die Null zu halten, ist schwierig.»

Goalie Guillaume Faivre sagte nach seinem Einsatz in Amsterdam: «Im Rückspiel braucht es ein Wunder.» Ob es ein zweites Wunder von Bern gibt und die Young Boys am Freitag in Nyon im Lostopf landen, hängt auch von ihm ab. Stammtorhüter David von Ballmoos steht den Bernern nach seiner Gehirnerschütterung weiterhin nicht zur Verfügung. Er sei noch nicht bei 100 Prozent, so der Trainer. Möchten die Young Boys die Chance auf ein Weiterkommen wahren, so darf sich Faivre kein Gegentor leisten. Die Mannschaft von Seoane muss zu Null spielen, ansonsten gehen die Europa-League-Lichter im Wankdorf aus und das europäische Abenteuer ist beendet.

In der Meisterschaft ist man der Konkurrenz enteilt, der Meistertitel ist nur noch eine Frage der Zeit und ob der Cup diese Saison noch zu Ende gespielt wird, steht in den Sternen. Die Stossrichtung ist klar. YB kann alles reinhauen. Sie können nichts verlieren, aber sehr viel gewinnen. Selbst wenn es am Ende nicht reichen sollte, geht es für die Berner zumindest auch darum, einen guten letzten Eindruck in der Europa-League-Kampagne zu hinterlassen.