Europa League
David de Gea versagen die Nerven – zum Luzerner Leidwesen

Villarreal gewinnt den Penalty-Krimi gegen Manchester United und freut sich über den Europa-League-Triumph, den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Der FC Luzern muss sich durch das Resultat indes mit der Conference-League-Qualifikation begnügen

Dan Urner
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Villareals Raúl Albiol (l.) und Manchesters Marcus Rashford kämpfen um den Ball.

Villareals Raúl Albiol (l.) und Manchesters Marcus Rashford kämpfen um den Ball.

Keystone

Seit nunmehr vier Jahren wartet Manchester United auf einen nationalen wie internationalen Titel. Trainer Ole Gunnar Solskjaer hat mit den «Red Devils» seit seinem Amtsantritt 2018 noch keinen Wettbewerb gewinnen können. Nun steht fest: Die Geduld des Trainers und der Fans wird weiter strapaziert. United verlor das Endspiel der Europa League gegen den FC Villarreal mit 10:11 im Penaltyschiessen (1:1, 1:1, 1:0). Die Spanier holten damit den ersten Titel der Vereinshistorie. Deren Coach Unai Emery hat nun bereits vier Europa-League-Siege auf der Habenseite, dreimal hatte er den Pokal mit dem FC Sevilla gewonnen.

Verdriesslichkeit dagegen auch in der Innerschweiz: Der FC Luzern dürfte sich ebenfalls ein anderes Resultat erhofft haben. Bei einem Sieg von Manchester wäre der frischgebackene Schweizer Cupsieger zur Teilnahme an Europa-League-Qualifikation berechtigt gewesen, nun winkt die neu geschaffene Conference League.

Überlegenheit trifft auf Minimalismus

Gerard Moreno brachte Villarreal nach einer präzisen Freistoss-Flanke durch Dani Parejo in Führung (29.) – bereits der zehnte Standardtreffer der Emery-Elf im Verlauf dieser Europa-League-Saison. Manchester war in einem erwartbar intensiven Final zuvor die tendenziell feldüberlegene, nicht aber die gefährlichere Mannschaft gewesen. Auch nach dem Schock hatten die Engländer mehr vom Spiel, führten ihre durchaus vielversprechenden Offensivansätze allerdings nur selten zu Ende. Die versierten Angreifer von United bissen sich am iberischen Bollwerk die Zähne aus.

Doch nach der Pause wurde der Druck zu gross, die Partie zu einseitig: Edinson Cavani kam etwas glücklich im Sechzehner zum Abschluss und traf zum Ausgleich (55.). Es entwickelte sich plötzlich ein anderes Spiel. Villarreal wandelte auf einem schmalen Grat: In der ersten Halbzeit hatte das Team von Unai Emery mit seiner auf Effizienz getrimmten Marschroute noch Souveränität und Kontrolle ausgestrahlt. Doch nach der Halbzeitpause blieb davon zuweilen vor allem Passivität übrig, während United mit Kampf und Verve auf die Führung drängte. Doch das «gelbe U-Boot» (submarino amarillo), wie der FC Villarreal in Spanien mit Verweis auf die Spielkleidung auch genannt wird, hielt dem Druck stand und rettete sich in die Verlängerung.

Alle treffen – ausser de Gea

In der Bonuszeit liessen sich die Spanier dann häufiger aus der Reserve locken, erarbeiteten sich mehr Ballbesitz. Tore fielen aber erst wieder im Penaltyschiessen, sogar stolze 21 – mit dem besseren Ende für Villarreal, weil United-Torhüter David de Gea an Geronimo Rulli scheiterte.