Die Trainer der EM-Halbfinalisten
Magier, Sturköpfe und Taktikliebhaber: So ticken die Coaches

Sie haben ihre Mannschaften in den Halbfinal geführt – unter erschwerten Bedingungen und oft begleitet von bisweilen heftiger Kritik. Nun kommt es nicht zuletzt auf ihre taktischen Kniffe und Motivationskünste an. Wir stellen die Trainer der vier Halbfinalisten vor.

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Die vier Halbfinal-Trainer: Roberto Mancini (oben links) , Kasper Hjulmand (unten links), Luis Enrique (Mitte) und Gareth Southgate (rechts) .

Die vier Halbfinal-Trainer: Roberto Mancini (oben links) , Kasper Hjulmand (unten links), Luis Enrique (Mitte) und Gareth Southgate (rechts) .

Keystone

Italien: Roberto Mancini

Der ehemaligen Offensivspieler Mancini (56) wird in Italien derzeit als eine Art Magier verehrt - nach der verpassten WM 2018 ist es ihm gelungen, die «Nazionale» rundzuerneuern. Er setzt auf eine stabile Abwehr, lässt aber auch ungewohnt offensiv spielen. Allseits gelobt wird Mancini für seine Fähigkeit, eine Einheit aus den von ihm ausgewählten Spielern zu formen. Seit nunmehr 32 Spielen ist er mit seiner Mannschaft unbesiegt (27 Siege, davon 13 in Serie). Nur der altbekannte Hang zur Schauspielerei und Zeitschinderei ist auch unter Mancini geblieben.


Spanien: Luis Enrique

Nach zwei Vorrundenspielen ohne Sieg war Enrique (51) schon angezählt: die falschen Spieler nominiert, dann den falschen Stürmer (Morata) und den falschen Torwart (Simón) aufgestellt, die Mannschaft ausserdem mental zu wenig belastbar. Jedoch: Der Asturier Enrique ist und bleibt ein Sturschädel. Der Plan, den er verfolgt, geht bislang auf, wenn es sein muss, mit ein bisschen Dusel: nach zwei Spielen mit je fünf Treffern zuletzt der Sieg im Elfmeter-Krimi gegen die Nati - weil im Tor einer steht, an dem Enrique trotz aller Kritik festhielt.


England: Gareth Southgate

Mit dem Sieg gegen Deutschland hat Southgate (50) auch die letzten Zweifler überzeugt - vorerst zumindest. Er stand in der Kritik, weil er den Hurra-Stil der WM 2018 opferte und jetzt einen pragmatischen Ansatz verfolgt. Geht trotzt aller Kritik von aussen unbeirrt seinen Weg - bislang erfolgreich, nicht zuletzt, weil hinten die Null steht: fünf EM-Spiele und noch immer kein Gegentreffer. Southgate schafft es, seine Spieler bei Laune zu halten, er steht zu ihnen auch in schwierigen Phasen. Vertrauen, das sich auszahlt. Siehe Harry Kane.


Dänemark: Kasper Hjulmand

Hjulmand (49) war nach dem Drama um Christian Eriksen zunächst als Psychologe gefragt - er bewältigte diese schwierige Phase mit bewundernswerter Ruhe. Zugute kam ihm, dass er mit seinen Spielern einen fast familiären Umgang pflegt. Der Vater von drei Kindern zeigte sich allerdings auch taktisch flexibel: Weil ihm in Eriksen sein wichtigster Spieler ausfiel, stellte Hjulmand sein System kurzerhand um, von 4-3-3 auf 3-4-3. Einer seiner Leitsätze: Die Spieler, die ein Spiel beenden, sind mindestens so wichtig wie die, die das Spiel beginnen. (sid)

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