Cup-Viertelfinals
45 Minuten Power-Fussball reichen St. Gallen zum Sieg – Underdog Kriens verpasst nach zweimaliger Führung die Überraschung gegen Servette

Der FC St. Gallen überfährt in der 1. Halbzeit die Grasshoppers. Dem Rekordmeister gelingt der Anschlusstreffer zu spät. Im zweiten Viertelfinal verpasst Kriens nach zweimaliger Führung die Überraschung.

Gabriel Vilares
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GC - FC St. Gallen 1:2 (0:2)

Ihm gehört der schönste Treffer des Abends. Lukas Görtler gelingt in der 5. Minute ein Traumtor.

Ihm gehört der schönste Treffer des Abends. Lukas Görtler gelingt in der 5. Minute ein Traumtor.

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Mit grosser Spannung wird das Duell zwischen GC, dem Leader in der Challenge League, und dem zuletzt formschwachen FCSG im Letzigrund erwartet. Die Espen warten in der Liga seit sechs Spielen auf einen Vollerfolg und finden sich in der Tabelle auf Rang sieben wieder. Nur einen Punkt vor einem Barrage-Platz.

Die Oberklassigen aus der Ostschweiz kümmern sich aber rasch darum, damit diese Spannung nicht lange aufrecht erhalten bleibt. Nach fünf Minuten zappelt bereits das Netz. Lukas Görtler nimmt eine halbhohe Flanke von der linken Seite von Jérémy Guillemenot direkt ab und trifft von der Strafraumgrenze unhaltbar ins Gehäuse. Was für ein Traumtreffer vom 26-jährigen Deutschen, der normalerweise eher mit seinem herzhaften Abwehrverhalten von sich reden lässt. Die Grasshoppers stehen in der Anfangsphase zu weit weg von ihren Gegnern und räumen den Gästen zu viele Freiräume ein. St. Gallen nützt das aus und powert. In der 18. Minute klärt GC-Mittelfeldspieler Dominik Schmid eine Flanke nur ungenügend mit dem Kopf. Der Ball landet bei Víctor Ruiz, der volley abnimmt und zum 2:0 vollendet. Was für ein Blitzstart der Grün-Weissen. Die Ostschweizer überrollen phasenweise den Rekordmeister aus Zürich und zelebrieren den Power-Fussball, der sie vergangene Saison auszeichnete. GC kann sich kaum aus der Umklammerung lösen. Nur eine nennenswerte Chance kann sich das Heimteam im ersten Durchgang notieren und muss froh sein, dass der Rückstand nicht noch höher ausfällt.

Nach dem Pausentee präsentiert sich ein anderes Bild. Die Ostschweizer warten ab und überlassen GC den Ball. Die Zürcher gewinnen dadurch Sicherheit und kommen immer besser ins Spiel. In der 57. Minute muss sich FCSG-Goalie Lawrence Ati Zigi weit strecken, um den Anschlusstreffer zu verhindern. Der Freistoss von Fabio Fehr aus rund 25 Metern hätte wohl perfekt gepasst. Der Challenge-Ligist wirkt in der zweiten Halbzeit frischer als der Oberklassige, denn die Sankt Galler kommen nun nicht mal mehr zu guten Kontermöglichkeiten. Es dauert bis zur 81. Minute, bis die Gäste die Entscheidung verpassen. Nach einem Freistoss steht Chukwubuike Junior Adamu plötzlich alleine vor dem Tor und scheint darüber überrascht zu sein. Sein schwacher Abschluss findet den Weg nicht ins Tor. GC rennt weiter an. Das Anschlusstor folgt jedoch zu spät. Léo Bonatini löst sich nach einem Freistoss in der dritten Minute der Nachspielzeit und köpft den Ball wuchtig ins Tor. Das Heimteam wird für eine passive Startphase bestraft und die St. Galler retten ihre Führung in Ziel und qualifizieren sich damit für den Cup-Halbfinal. Dort treffen die Grün-Weissen auswärts auf den Ligakonkurrenten Servette.

SC Kriens - Servette FC 2:3 (1:0)

Gaël Ondoua trifft nach einem Durcheinander in der 107. Minute der Verlängerung zum 3:2.

Gaël Ondoua trifft nach einem Durcheinander in der 107. Minute der Verlängerung zum 3:2.

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Der Unterklassige aus Kriens startet angespannt in die Partie gegen die Servettien. Diese Anspannung löst sich jedoch nach einer Viertelstunde und die Hausherren fassen Mut. In der 24. Minute zieht Liridon Mulaj auf der linken Seite in den Strafraum, lässt Anthony Sauthier stehen, legt auf Höhe der Torlinie wunderbar zu David Mistrafovic zurück. Der Krienser Mittelfeldspieler kann aus wenigen Metern zur Führung einschiessen. Nun entwickelt sich eine offene Partie. Der Super Ligist hat zwar die Ballkontrolle, die gefährlicheren Torchancen allerdings der Challenge-Ligist.

Ähnliches Bild im zweiten Durchgang. Das Heimteam verpasst mehrmals die Zwei-Tore-Führung und wird bestraft. In der 67. Minute sorgt Timothé Cognat mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze für den Ausgleich. Kriens steckt nicht auf. Die Flanke von Dario Ulrich findet den Kopf vom freistehenden Hélios Sessolo – 2:1. Die Genfer brauchen diesmal nur sechs Minuten, um in Person von Grejohn Kyei auszugleichen. Der Cup-Fight geht in die Verlängerung. Nach einer Ecke entsteht ein Durcheinander im Krienser Strafraum. Gaël Ondoua behält in der 107. Minute die Übersicht, stochert den Ball über die Linie und sichert seinem Team den Halbfinaleinzug.

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