Champions-League-Final
Manchester City verpasst wieder den Titel – Chelsea sichert sich den Henkelpott

Der FC Chelsea gewinnt das Champions-League-Final gegen den Favoriten Manchester City mit 1:0. Die Londoner gewinnen den Henkelpott zum zweiten Mal.

Gabriel Vilares
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Der FC Chelsea gewinnt die Champions League. Die Londoner setzen sich im rein englischen Final gegen Manchester City durch.

Der FC Chelsea gewinnt die Champions League. Die Londoner setzen sich im rein englischen Final gegen Manchester City durch.

Keystone

Nichts mit Abwarten in diesem rein englischen Champions-League-Final zwischen Manchester City und dem FC Chelsea. Angetrieben von 16'500 Fans im Estadio Do Dragao in Porto, welches zu rund einem Drittel gefüllt werden durfte, zelebrieren die beiden Teams Offensivfussball.

Es ist wenig überraschend, dass die Citizens im ersten Durchgang häufiger den Ball in ihren eigenen Reihen haben, doch die gefährlicheren Nadelstiche setzen die Blues. Timo Werner, der in seiner ersten Saison bei den Londonern zum unrühmlichen Ruf des Chancentods gelangt ist, verpasst in der Startviertelstunde zwei hochkarätige Chancen. Die gefährlichste Chance aufseiten des aktuellen englischen Meisters aus Manchester hat Phil Foden auf dem Fuss. Sein Aussenristschuss aus verheissungsvoller Position wird in letzter Sekunde von Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger mit einer Grätsche abgeblockt.

In der 39. Minute wirds kurz hektisch auf der Chelsea-Bank. Abwehrchef Thiago Silva verletzt sich ohne gegnerische Einwirkung und muss das Feld verlassen. Die Blues verfallen jedoch nicht in Schockstarre, ganz im Gegenteil. Nur drei Minuten später lanciert Mason Mount Kai Havertz mit einem Traumpass aus der eigenen Hälfte in die Tiefe. Der deutsche Nationalspieler legt den Ball am herauseilenden City-Goalie Ederson vorbei und schiebt ins leere Tor.

Chelsea im Torjubel.
15 Bilder
Kai Havertz (L) überläuft Torhüter Ederson und schiesst das 1:0 für Chelsea.
Thiago Silva und Phil Foden kämpfen um die Lufthoheit.
Ilkay Gundogan (L) und Oleksandr Zinchenko (R) versuchen Mason Mount unter Kontrolle zu halten.
Kevin De Bruyne (L) gegen N'Golo Kante.
Chelsea-Coach Thomas Tuchel.
Chelsea's Antonio Rudiger (am Boden) Blockiert einen Schuss von Phil Foden.
Timo Werner.
Schuss aufs Tor von Chelsea's Timo Werner.
Kevin De Bruyne fällt im Zweikampf um den Ball.
Kevin De Bruyne (R) von Manchester City gegen Cesar Azpilicueta.
Manchester City's Kyle Walker (L) im Zweikampf mit Chelsea's Thiago Silva.
Die Chelsea-Fans unterstützen ihre Mannschaft.
Genauso die Fans von Manchester City.
Chelsea-Fans vor dem Spiel beim Fussball spielen.

Chelsea im Torjubel.

Jose Coelho / Pool / EPA

De Bruyne muss unter Tränen vom Feld

Der Favorit aus Manchester nun unter Zugzwang. Die Londoner stehen tief in der eigenen Hälfte, kümmern sich in erster Linie auf die Defensivarbeit und lauern auf Konterchancen. Die Skyblues lassen sich indes wenig einfallen und kommen selten gefährlich vors gegnerische Gehäuse. Bitter wirds für City in der 60. Minute. Mittelfeld-Star Kevin De Bruyne muss nach einem taktischen Foul von Rüdiger mit einem blauen Auge und unter Tränen ausgewechselt werden.

City-Mittelfeldstar Kevin De Bruyne wird unter Tränen ausgewechselt. Nach einem Foul von Rüdiger gehts für den Belgier nicht mehr weiter.

City-Mittelfeldstar Kevin De Bruyne wird unter Tränen ausgewechselt. Nach einem Foul von Rüdiger gehts für den Belgier nicht mehr weiter.

Keystone

Kurz darauf lautstarke Proteste von Machester City. Chelsea-Verteidiger Reece James blockt einen Schuss von Foden im Strafraum. Die Citizens fordern einen Handelfmeter. Der spanische Unparteiische Mateu Lahoz winkt sofort ab. Der VAR sieht ebenfalls keine strafbare Aktion.

In der 73. Minute fällt beinahe das 2:0. Christian Pulisic taucht nach einem blitzsauberen Konter alleine vor dem Tor auf. Dieser lupft den Ball aus etwa sieben Metern am Tor vorbei. Das wäre wohl die Entscheidung gewesen. Doch diese Nachlässigkeit wird nicht bestraft, denn die Citizens finden nicht das Rezept, um die Londoner Abwehr zu knacken. Der FC Chelsea sichert sich nach 2012 den zweiten Titel der Vereinsgeschichte.

Trainerduell geht an Tuchel

Thomas Tuchel (vorne) mit dem grössten Triumph seiner Karriere. Pep Guardiola (hinten) muss weiter auf den dritten CL-Titel warten.

Thomas Tuchel (vorne) mit dem grössten Triumph seiner Karriere. Pep Guardiola (hinten) muss weiter auf den dritten CL-Titel warten.

Keystone

Es war auch das Duell der beiden Taktik-Liebhaber Pep Guardiola und Thomas Tuchel. Der 47-jährige Deutsche stand bereits im vergangenen Jahr im Champions-League-Final mit Paris St. Germain. Dort unterlag er mit seinem Team 0:1 gegen die Bayern. Für Tuchel ist es der erste CL-Titel und der grösste Erfolg seiner Karriere. Guardiola konnte den Henkelpott schon zweimal mit dem FC Barcelona (2009 und 2011) gewinnen. Seit 2016 ist der Spanier bei den Engländern, verpasst in diesem Jahr die Trophäe jedoch wieder. Die Jagd nach dem ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte geht für Manchester City nächste Saison in eine neue Runde.