Bundesliga
Kriselnde Gladbacher bezwingen Münchner Not-Aufgebot

Die Borussia gewinnt nach Rückstand mit 2:1 beim deutschen Rekordmeister, bei dem die zahlreichen Corona-Ausfälle zu stark ins Gewicht fallen. Für die Elf von Trainer Adi Hütter ist es der erste Vollerfolg seit November.

Dan Urner
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Gladbachs Breel Embolo (weisses Trikot) im Zweikampf mit dem Münchner Benjamin Pavard.

Gladbachs Breel Embolo (weisses Trikot) im Zweikampf mit dem Münchner Benjamin Pavard.

Keystone

Die Münchner Allianz-Arena wurde zum Schauplatz eines Duells zweier Krisenclubs. Borussia Mönchengladbach, das seit einigen Wochen eine veritable sportliche Talsohle durchschreitet, gastierte zum Bundesliga-Rückrundenaufgalopp beim FC Bayern, deren Probleme ganz anderer Natur sind: Die Corona-Pandemie hält den deutschen Rekordmeister gegenwärtig in Atem. Gleich neun Spieler fielen virusbedingt aus, darunter etliche Topstars wie Manuel Neuer, Alphonso Davies und Leroy Sané.

Nun steht fest: Die Misere der pandemisch hart getroffenen Bayern wiegt offenbar schwerer. Denn die vom Ex-YB-Coach Adi Hütter betreuten «Fohlen», die mit den Schweizer Nati-Stars Yann Sommer, Nico Elvedi und Breel Embolo in der Startelf antraten, siegten nach Rückstand nicht unverdient mit 2:1 (2:1). Ein wahrhafter Befreiungsschlag, war es doch der erste Sieg seit dem 20. November.

Dabei hinterliessen die Münchner – allen schier widrigen Umständen zum Trotz – in der Startphase den mutigeren und entschlosseneren Eindruck, erste Torchancen liessen nicht lange auf sich warten. Und der Führungstreffer auch nicht: Elvedi leistete Robert Lewandowski bloss Geleitschutz; und der polnische Goalgetter versenkte den Ball nach einer behänden Drehung unhaltbar zum 1:0, knapp 18 Minuten waren gespielt.

Doppelschlag aus dem Nichts

Der weitere Verlauf der ersten Halbzeit war in dieser Form schwerlich abzusehen. Erst in der 27. Spielminute wurden die bis zu diesem Zeitpunkt vollends harmlosen Borussen erstmals vor dem interimistisch von Sven Ulreich gehüteten Bayern-Tor vorstellig. Nach einer missglückten Klärungsaktion von Joshua Kimmich landete der Ball mehr oder weniger zufällig bei Florian Neuhaus, der sich nicht zweimal bitten liess und das Leder per Direktabnahme im Gehäuse unterbrachte. Und der umtriebige Stefan Lainer stellte den Matchverlauf kurz darauf gänzlich auf den Kopf, indem er nach einem Eckball unbedrängt zur Gladbacher Führung einköpfte (31.).

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach bejubeln das Führungstor durch Stefan Lainer.

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach bejubeln das Führungstor durch Stefan Lainer.

Keystone

Der unverhoffte Doppelschlag bemächtigte die Gäste, die temporäre Spielkontrolle an sich zu reissen. Beinahe wäre Embolo gar der dritte Treffer geglückt, doch Ulreich parierte glänzend (45.). Auf der Gegenseite vergaben Lewandowski und Thomas Müller allerdings eine zwingende Doppelchance zum Ausgleich (45.+2).

Gladbach hält die Führung

Die Halbzeitpause erwies sich als wohltuend für die Bayern, die mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine kamen. Die Hausherren erhöhten die Schlagzahl, derweil Gladbach die sich darbietenden Kontergelegenheiten zumeist schludrig ausspielte. Gleichwohl: Weder spielte der Serienmeister viele Torchancen heraus, noch strahlte er die gewohnte Dominanz aus. Dem Team von Trainer Julian Nagelsmann wurde ferner zum Verhängnis, dass das Not-Aufgebot keine gestandenen Optionen auf der Ersatzbank zuliess.

Für den Ausgleich hätten erneut Thomas Müller (60./83.) und Robert Lewandowski (62.), Letzterer scheiterte an der Latte, sorgen können. Alassane Pléa hätte indes das Nervenkostüm der Gäste beruhigen können, hätte er einen der wenigen gut ausgespielten Gegenstösse vollendet (84.). Dennoch: Gladbach und sein Goalie Yann Sommer hielten sich wacker – und wahrten am Ende den langersehnten Vollerfolg.

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