Abfahrt in Kitzbühel
Kilde siegt auf der schwierigsten Abfahrt der Welt – Franzose mit Nummer 43 aufs Podest

Der Norweger Aleksander Kilde bezwingt die anspruchsvollste Abfahrt der Welt am schnellsten. Auf der leicht verkürzten Streif in Kitzbühel verpasst Marco Odermatt das Podest denkbar knapp. Ein Franzose sorgt mit der Startnummer 43 für die Sensation.

Gabriel Vilares
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Aleksander Aamodt Kilde gewinnt auf der Streif in Kitzbühel einen weiteren Klassiker.

Aleksander Aamodt Kilde gewinnt auf der Streif in Kitzbühel einen weiteren Klassiker.

Keystone

Die Streif in Kitzbühel ist ohne Zweifel die schwierigste Abfahrt der Welt. Hier benötigen auch die absoluten Ski-Cracks eine ordentliche Portion Mut. Deshalb dürfte auch bei einigen das Aufatmen gross gewesen sein, als sie erfahren haben, dass das Rennen auf leicht verkürzter Strecke stattfindet. Der starke Wind hat die Jury dazu veranlasst, den Start nach unten zu versetzen. Damit fehlt der extrem steile Starthang und etwa acht Fahrsekunden. Nichtsdestotrotz wartet eine äusserst knifflige Aufgabe.

Eine Aufgabe, die der Norweger Aleksander Aamodt Kilde am schnellsten meistert. Der 29-Jährige setzt derzeit neue Masstäbe und gewinnt nach Wengen einen weiteren Klassiker im Weltcup. «Im Moment läuft es einfach, es macht eine Menge Spass. Das war ein geiler Tag.» Mit seinem Triumph grüsst Kilde neuerdings auch in der Disziplinenwertung von der Spitze.

Mit Startnummer 43 zur Sensation

Blaise Giezendanner kann sein Glück kaum fassen. Der Franzose fährt mit der Startnummer 43 aufs Podest.

Blaise Giezendanner kann sein Glück kaum fassen. Der Franzose fährt mit der Startnummer 43 aufs Podest.

Keystone

Der Franzose Johan Clarey kommt ihm mit seiner Fahrt am nächsten. 42 Hundertstel fehlen auf die Bestzeit. Der 41-Jährige schnappt sich damit einen Rekord. Er ist der älteste Fahrer auf einem Weltcup-Podest. Landsmann Blaise Giezendanner sorgt mit seinem 3. Rang aber für die noch grössere Überraschung. Der Franzose darf mit der Startnummer 43 bei immer besser werdenden Bedingungen hinunterbrettern und nützt diese perfekt aus. Er stösst damit den Österreicher Matthias Mayer vom Treppchen.

Odermatt bester Schweizer

Marco Odermatt klassiert sich bei der Hahnenkamm-Abfahrt als bester Schweizer auf dem 5. Platz. Am Ende fehlen 15 Hundertstel auf das Podium. «Wenn man so nahe dran ist, dann würde man es auf dieser legendären Abfahrt gerne in die Top 3 schaffen. Es waren keine einfachen Verhältnisse.»

Marco Odermatt klassiert sich auf dem 5. Rang und ist bester Schweizer.

Marco Odermatt klassiert sich auf dem 5. Rang und ist bester Schweizer.

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Der 24-jährige Nidwaldner spricht damit die wechselhaften Bedingungen an. Diese sind am Freitag nicht für alle Fahrer gleich. «Die technischen Passagen waren super, das Gleiten nicht ganz einfach. Mit dem Neuschnee musste man die Spur der vorhin gestarteten Fahrer exakt erwischen.»

Für den zweifachen Kitzbühel-Sieger des vergangenen Jahres läuft es nicht nach Wunsch. Im oberen Streckenteil passt die Linienwahl von Beat Feuz noch, doch ab dem Mittelteil büsst er seinen Vorsprung ein und verliert viel Zeit. Der 34-jährige Emmentaler muss letztlich mit dem 8. Platz vorliebnehmen. «Ein schwieriges Rennen. Mein Körper streikt aktuell bei gewissen Abschnitten.»

Niels Hintermann platziert sich direkt einen Rang hinter Feuz und ist der dritte Schweizer in den Top 10. Für die zuletzt so erfolgreichen Schweizer ist das Abschneiden eine leise Enttäuschung. In den ersten sechs Abfahrten der Saison stand immer ein Swiss-Ski-Athlet auf dem Podium. Urs Kryenbühl sammelt als 19. ebenfalls Weltcup-Punkte. Ein Jahr nach seinem schweren Sturz gelingt die Versöhnung mit dem Hang. Am Samstag kommen nun die Techniker mit einem Slalom zum Zug. Am Sonntag dürfen sich die Abfahrer ein weiteres Mal auf der Streif beweisen.

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