Kinderspital Zürich
Fälle von psychischer Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern nehmen zu

Das Universitäts-Kinderspital Zürich verzeichnete auch im zweiten Pandemiejahr 2021 eine Zunahme der gemeldeten Verdachtsfälle von Kindsmisshandlungen.

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Das Universitäts-Kinderspital hat vermehrt mit Vernachlässigung und psychischem Missbrauch von Kindern zu tun. (Symbolbild)

Das Universitäts-Kinderspital hat vermehrt mit Vernachlässigung und psychischem Missbrauch von Kindern zu tun. (Symbolbild)

Keystone

Letztes Jahr gingen bei der Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle des Spitals 625 Verdachtsfälle von Misshandlungen ein. Im Jahr zuvor waren es 592, im Vorkrisenjahr 2019 waren es 544 Fälle, wie das Universitäts-Kinderspital am Montag mitteilte. In 442 Fällen bestätigte sich 2021 der Verdacht, in 43 lag nachweislich keine Misshandlung vor, sondern beispielsweise ein Unfall. In 140 Fällen konnte der Verdacht weder bestätigt noch ausgeräumt werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Diese Kinder würden nun engmaschig kontrolliert.

Insbesondere die Fälle von psychischer Misshandlung und Vernachlässigung haben im letzten Jahr deutlich zugenommen, wie das Spital schreibt. «Die Pandemie setzt Familien mit vorbestehenden psychischen Problemen oft zusätzlich unter Druck, aber auch andere Familien geraten in psychosoziale Schwierigkeiten.» Derweil habe die Zahl der gemeldeten körperlichen Misshandlungen erstmals seit Jahren wieder etwas abgenommen, die Zahl der sexuellen Missbräuche blieb laut Mitteilung etwa gleich.

Die gestiegene Zahl von psychischen Misshandlungen und Vernachlässigungen lasse vermuten, dass auch die Dunkelziffer in diesem Bereich sehr hoch ist, heisst es weiter. Zudem habe auch das Kinderspital im letzten Jahr vermehrt Jugendliche wegen Suizidversuchen und Angststörungen betreut. Auch sie hätten sehr oft einen Missbrauch erlebt. (agl)

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