Coronavirus
Vermehrt psychische Probleme: Pandemie belastet Kinder und Jugendliche

Bis zu 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden wegen der Coronapandemie vermehrt unter psychischen Problemen. Das zeigt eine internationale Studie des Kinderspitals Zürich und der Universität Bern.

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Kinder und Jugendliche leiden vermehrt unter der Coronapandemie. Einige erleben sie aber auch positiv. (Symbolbild)

Kinder und Jugendliche leiden vermehrt unter der Coronapandemie. Einige erleben sie aber auch positiv. (Symbolbild)

Keystone

(abi) Trotz, Aggression, Angst und Depression: Forschende des Universitäts-Kinderspitals Zürich und der Universität Bern befragten im vergangenen Frühling Kinder und Jugendliche nach ihrem Erleben und Verhalten während der Corona-Pandemie. Damals waren Schulen und Kindergärten geschlossen. Nun liegen die Resultate vor: Bis zu 43 Prozent der Befragten haben vermehrt psychische Probleme. Das teilte das Kinderspital Zürich am Dienstag mit. Die Probleme variieren aber je nach Alter.

So zeigten Kinder im Vorschulalter (1 bis 6 Jahre) vor allem mehr trotziges und aggressives Verhalten. Jugendliche (11 bis 19 Jahre) litten dagegen mehr unter Ängsten und Depressionen. Die Probleme von Jugendlichen seien also mehr nach Innen gerichtet und daher oft schwieriger zu erkennen, schreibt das Kinderspital. Besonders stark unter der Pandemie litten gemäss Studie Vorschulkinder und Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, wenn für sie wichtige Zukunftsentscheidungen anstanden.

Eltern beeinflussen Wohlbefinden der Kinder stark

Auch hat die Studie gezeigt, dass sich die Art, wie die Eltern mit der Pandemie umgehen, sehr stark auf das Wohlbefinden ihrer Kinder auswirkt. Jugendliche hingegen würden sich stärker an Gleichaltrigen als an ihren Eltern orientieren. Ihnen half, wenn sie keine bestehenden psychischen Probleme hatten, die eigenen Emotionen gut regulieren können und überzeugt sind, mit dem Stress der Coronakrise gut umgehen zu können.

Allerdings litten nicht alle unter der Pandemie: Bis zu 16 Prozent der älteren Kinder und Jugendlichen hätten auch von positiven Effekten berichtet. Die Autoren vermuten, dass sie das Wegfallen des Schulbesuchs oder den vermehrten Kontakt mit der Familie als positiv erlebten.

Insgesamt wurden 5823 Kinder und Jugendliche von 1 bis 19 Jahren befragt, die in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich leben. Die Befragung fand zwischen April und Mai 2020 statt.