Mögliche Raubkunst
Umstrittene Sammlung Bührle: Stiftung stellt sich nicht gegen Evaluation

Die Herkunft der ans Kunsthaus Zürich ausgeliehenen Werke der Sammlung Bührle soll unabhängig geprüft werden. Bei der Stiftung kommt die Forderung von Stadt und Kanton Zürich gut an.

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Im Zürcher Kunsthaus werden Werke der Sammlung des Waffenhändlers Emil Bührle gezeigt. Das führt zu Kritik.

Im Zürcher Kunsthaus werden Werke der Sammlung des Waffenhändlers Emil Bührle gezeigt. Das führt zu Kritik.

Keystone

Die Diskussion um einen angemessenen Umgang mit der historisch belasteten Sammlung im neuen Erweiterungsbau des Kunsthauses Zürich ist letztes Wochenende erneut aufgeflammt. Auslöser war die Kritik verschiedener Historikerinnen und Historikern am Umgang mit der Kunstsammlung des Waffenhändlers Emil Bührle. Unterzeichnet hatten die Mitteilung auch ehemalige Mitglieder der «Bergier-Kommission», welche um die Jahrtausendwende die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg unter die Lupe genommen hatte.

Als Reaktion forderten Stadt und Kanton Zürich am Mittwoch eine unabhängige Evaluation zur Herkunft der Bilder. Die Stiftung Emil Bührle steht einer solchen Überprüfung positiv gegenüber, wie sie am Donnerstag bekannt gab. Gleichzeitig gibt sie sich überzeugt davon, dass sie «die Abklärung zur Herkunft ihrer Werke in umfassendster Weise» durchgeführt habe. Diese seien unter Einbezug anerkannter Spezialisten der Provenienzforschung erfolgt. Die Stiftung betont, dass sich im Bestand der Sammlung keine «ungeregelten Raubkunstfälle» fänden.

Seit Oktober wird die Kunstsammlung des Waffenfabrikanten Emil Georg Bührle im neuen Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses gezeigt. Die Sammlung ist auch wegen des Verdachts auf Raubkunst umstritten. Eine vor einem Jahr publizierte Studie der Universität Zürich zeigt, wie sich der Unternehmer Emil Bührle mit Waffenexporten an Nazi-Deutschland seine Kunstsammlung und damit seinen Zugang zu den höchsten Zürcher Kreisen erkaufte. (rwa)

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