«Davoser Erklärung»
Bund entwickelt neues Qualitätssystem für Baukultur

Qualitätsvoll gestaltete Städte, Dörfer und Bauten erfordern eine hohe Baukultur. Nun hat das Bundesamt für Kultur mit Partnern erstmals ein System zur Beurteilung der baukulturellen Qualität entwickelt.

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Hohe Baukultur– im Bild die Stadt Basel mit ihren Neubautürmen – ist ein weiter Begriff und muss auch emotionale Aspekte mit einbeziehen.

Hohe Baukultur– im Bild die Stadt Basel mit ihren Neubautürmen – ist ein weiter Begriff und muss auch emotionale Aspekte mit einbeziehen.

Benjamin Wieland

2018 haben sich die europäischen Staaten darauf geeinigt, auf dem ganzen Kontinent eine hohe Baukultur politisch und strategisch zu verankern. Mit der sogenannten «Erklärung von Davos» wird daran erinnert, dass bauen Kultur ist. Nun hat das Bundesamt für Kultur (BAK) gemeinsam mit internationalen Partnern laut eigenen Angaben erstmals definiert, was eine hohe Baukultur denn ausmacht. Dazu wurden mit dem «Davoser Qualitätssystem für Baukultur» Richtlinien erlassen. Acht Merkmale wurden dabei definiert: Gouvernanz, Funktionalität, Umwelt, Wirtschaft, Vielfalt, Kontext, Genius Loci und Schönheit.

Dank diesen Kriterien lässt sich laut dem Bundesamt für Kultur nun in einem Formular bestimmen, wie hoch die baukulturelle Qualität eines Ortes tatsächlich ist respektive welche baukulturellen Stärken und Schwachpunkte er aufweist. Gemäss BAK lassen die Merkmale bewusst auch Spielraum für Debatten zu. Es würden ebenso emotionale, soziale und kulturelle Kriterien mit in die Beurteilung einbezogen und diese sollen den technisch und funktionalen Merkmalen gleichgesetzt werden.

Wie das BAK weiter schreibt, beeinflusst eine hohe baukulturelle Qualität das Zusammenleben der Menschen positiv. Und dieser Umstand gewinne immer mehr an Bedeutung. (keg)

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