Zivilluftfahrt
So wenig Passagiere in der Luft wie seit den 1980er-Jahren nicht mehr

Der Linien- und Charterverkehr ist im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie komplett eingebrochen. Das Passagieraufkommen ging um 72 Prozent zurück.

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Die Flugbewegungen und das Passagieraufkommen waren im vergangenen Jahr stark rückläufig.

Die Flugbewegungen und das Passagieraufkommen waren im vergangenen Jahr stark rückläufig.

Keystone

(abi) Wer im vergangenen Jahr den Himmel beobachtete, stellte vor allem fest was fehlt: die vielen Flugzeuge, die sonst hoch über dem Boden fliegen. Das schlägt sich auch in den neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) nieder: Die Zahl der Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr sank im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent. Insgesamt wurden in der Schweiz 166'758 Starts und Landungen registriert, wie das BFS am Freitag mitteilte.

Die Ein- und Ausreisebestimmungen der Coronapandemie drückten das Passagieraufkommen auf Werte, wie sie gemäss BFS letztmals in den 1980er-Jahren verzeichnet wurden. Die Schweizer Flughäfen verzeichneten im Linien- und Charterverkehr insgesamt 16,5 Millionen ankommende und abfliegende Passagiere. Das sind 42 Millionen respektive 72 Prozent weniger als im Vorjahr.

Nur 40 Starts und Landungen in Lugano

Den stärksten Rückgang verzeichnete der Regionalflugplatz Lugano Agno mit 98 Prozent: Lediglich 40 Linienflugzeuge starteten oder landeten im vergangenen Jahr im Tessin. Im Vorjahr waren es immerhin rund 2100. Die Zahl der Passagiere sank entsprechend von 56'201 auf 275. Die Coronakrise versetzte dem seit Jahren serbelnden Flughafen, der lange ein wichtiges Standbein der Crossair war, denn auch den Todesstoss: Die Betreibergesellschaft Lugano Airport SA (Lasa) warf im April das Handtuch.

Weniger grossen waren gemäss BFS die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Luftfracht: Die Zahl der transportierten Tonnen sank um 40 Prozent.