Zentrale Gedenkstätte
Ort der Erinnerung und Vermittlung: Die Schweiz soll ein Holocaust-Mahnmal erhalten

Die Schweiz soll den Opfern des Nationalsozialismus eine Gedenkstätte errichten. Am Dienstag übergaben die Initianten dem Bundesrat ein entsprechendes Konzept.

Peter Walthard
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Mit Bildern von Holocaustopfern machten die Initianten vor dem Bundeshaus auf ihr Anliegen aufmerksam.

Mit Bildern von Holocaustopfern machten die Initianten vor dem Bundeshaus auf ihr Anliegen aufmerksam.

Keystone

Mit Porträts von Menschen, die in deutschen Konzentrationslagern ermordet worden waren, machten die Initianten vor dem Bundeshaus in Bern auf ihr Anliegen aufmerksam: Sie fordern ein «Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus» in der Bundesstadt. Dort solle ein «innovativer Erinnerungs-, Vermittlungs- und Vernetzungsort» entstehen, wie es in einer Mitteilung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) heisst.

Ausgearbeitet haben das Konzept neben dem SIG auch die Auslandschweizerorganisation ASO, die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft, das Archiv für Zeitgeschichte an der ETH Zürich und das Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel. Unterstützung erhalte das Anliegen auch von den Landeskirchen, nicht näher genannten muslimischen Verbänden und «aus der Zivilgesellschaft», heisst es in der SIG-Mitteilung.

Das Memorial solle sich insbesondere an Schulklassen und junge Menschen richten, so die Mitteilung. Diese sollten zum kritischen Nachdenken über Vorurteile und Ausgrenzung befähigt werden, denn es gebe immer mehr Antisemitismus und Rassismus. «Das Mass an Hassrede, Beschimpfungen und vor allem Verschwörungstheorien ist hoch», heisst es in der Mitteilung.

Im Zentrum des Memorials stünden der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. «Es geht um die Erinnerung an die Opfer und jene, die sich für die Flüchtlinge eingesetzt haben», sagte SIG-Präsident Ralph Lewin bei der Übergabe gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone SDA. Zum Vorschlag gehöre auch der Aufbau einer «Opferdatenbank», so Lewin. In dieser sollen alle Schweizer Opfer des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland aufgelistet werden.