Weissrussland
Wegen Verhaftung von SRF-Journalistin: Schweiz bestellt Botschafter ein

Die kurzzeitige Verhaftung der Schweizer Korrespondentin Luzia Tschirky in Weissrussland hat ein Nachspiel. Das Aussendepartement (EDA) hat den Botschafter in Bern einbestellt.

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SRF-Korrespondentin Luzia Tschirky.

SRF-Korrespondentin Luzia Tschirky.

Oscar Alessio/SRF

(rwa/mjb/gb) Man habe am Montag den belarussischen Botschafter Alexander Ganevich einbestellt, teilte das EDA auf Twitter mit. Es verurteilt die Festnahme der Journalistin und fordert die Freilassung aller willkürlich inhaftierten Personen. Die Schweiz verfolge die Situation weiter genau.

Die SRF-Russlandkorrespondentin Luzia Tschirky war am Sonntag in Minsk festgenommen worden. Das meldete zunächst die weissrussische NGO Wjasna. Das EDA bestätigt auf Anfrage, es habe Kenntnis von der «Verhaftung einer Schweizer Journalistin in Minsk». Es stehe in Kontakt mit dem belarussischen Aussenministerium und kümmere sich um den Fall, sagte EDA-Sprecher Michael Steiner.

Kurz nach der Bestätigung meldete Luzia Tschirky auf Twitter, dass sie wieder freigelassen worden sei. Sie sei unterwegs gewesen, um mit einer Bekannten Kaffee zu trinken, als sie und ihre Begleitung von maskierten Männern in einen Minibus gezogen worden seien. Ihre Bekannte und deren Mann werden laut Tschirky weiter festgehalten.

Auch Aussenminister Ignazio Cassis meldete sich zu Wort. Die Journalistin befinde sich nun in der Schweizer Botschaft, twitterte er. Er sei erleichtert und «danke allen, die sich für eine rasche Lösung eingesetzt haben».

Tschirky ist seit Frühling 2019 Russlandkorrespondentin von SRF. Derzeit hält sie sich in Weissrussland auf. Am Sonntagmorgen hatte sie sich per Twitter aus Minsk gemeldet:

Wie ihr Arbeitgeber SRF auf Twitter schrieb, hielt sich Tschirky mit gültiger Akkreditierung im Land auf.