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Levrat-Nachfolge: «Mitte» holt mit Isabelle Chassot Freiburger Ständeratssitz zurück

Auf Christian Levrat folgt Isabelle Chassot: Die «Mitte»-Kandidatin holt in Freiburg den Ständeratssitz des abgetretenen Präsidenten der SP Schweiz. Der linke Kandidat blieb im bürgerlichen Kanton chancenlos.

Samuel Thomi
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Von der Spitze des Bundesamtes für Kultur für Die Mitte in den Ständerat: Isabelle Chassot folgt auf Christian Levrat (SP).

Von der Spitze des Bundesamtes für Kultur für Die Mitte in den Ständerat: Isabelle Chassot folgt auf Christian Levrat (SP).

Keystone

Niederlage für die SP: In Freiburg haben die Sozialdemokraten am Sonntag ihren Ständeratssitz an Die Mitte verloren. Deren Kandidatin, Isabelle Chassot, erzielte bei der Ersatzwahl 54'695 Stimmen. Auf SP-Kandidat Carl-Alex Ridoré entfielen lediglich 32'591 Stimmen. Damit wechselt die 56-Jährige nach acht Jahren als Direktorin des Bundesamtes für Kultur zurück in die Politik. Ab 2002 hatte Isabelle Chassot bereits zwölf Jahre der Freiburger Kantonsregierung angehört. Damals hiess die Partei noch CVP.

Entsprechend breit bekannt ist Isabelle Chassot im Freiburgischen, und zwar im welschen wie im deutschsprachigen Kantonsteil. Freiburg schickt damit überdies erstmals zwei Frauen in den Ständerat: Nebst der «Mitte»-Frau vertritt seit den letzten Wahlen Johanna Gapany (FDP) Freiburg im Stöckli. Die 33-Jährige schaffte damals auf Kosten von Beat Vonlanthen («Mitte») neu den Sprung in den Ständerat.

Mitte legt im «Stöckli» auf 14 Sitze zu

Die «Mitte» gratulierte am Sonntag Chassot zur Wahl in den Ständerat. Sie stellt im «Stöckli» damit neu 14 Sitze und bleibt stärkste Kraft. Die SP dagegen verfügt in der kleinen Kammer neu nur noch über 8 Ständerätinnen und Ständeräte. Die Stimmbeteiligung bei der Ersatzwahl vom Sonntag in Freiburg lag bei 43,8 Prozent.

Carl-Alex Ridoré, gescheiterter Ständeratskandidat der SP.

Carl-Alex Ridoré, gescheiterter Ständeratskandidat der SP.

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Der 49-jährige Ridoré wäre zwar erster schwarzer Ständerat geworden. Doch in dem deutlich bürgerlich dominierten Kanton Freiburg galt der Kantonsparlamentarier seit Beginn des Wahlkampfs als Herausforderer. Dies obwohl es um den Sitz von Christian Levrat ging. Schliesslich konnte Ridoré am Sonntag nicht mal in seiner Wohngemeinde Villars-sur-Glâne eine Mehrheit der Stimmen hinter sich scharen.

Christian Levrat vor Sprung an Post-Spitze

Entsprechend galt auch bereits der Wechsel Christian Levrats 2012 vom Nationalrat ins «Stöckli» als kleine Sensation in der Politgeschichte des Kantons Freiburg. Doch nun hängt der vor einem Jahr abgetretene Präsident der SP Schweiz seine Polit-Karriere an den Nagel.

Der 51-Jährige wird Ende kommender Woche nämlich aus dem Ständerat zurücktreten. Im Dezember dann wird Christian Levrat das Verwaltungsratgspräsidium der Post übernehmen. Er hatte dafür auch auf eine bereits angekündigte Kandidatur für die Freiburger Regierung verzichtet. An der Post-Spitze wird Levrat die Nachfolge des ehemaligen Freiburger Ständerats Urs Schwaller antreten. Der 68-Jährige hatte im Frühling seinen Rücktritt von der Post-Spitze angekündigt.

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