Leak im Bundeshaus
Ukraine-Reise von Ignazio Cassis: Anzeige wegen Indiskretionen

Indiskretionen im Zusammenhang mit der jüngsten Ukraine-Reise von Bundespräsident Ignazio Cassis haben ein juristisches Nachspiel: Die Bundesanwaltschaft muss sich mit einem möglichen Leak befassen.

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Ignazio Cassis stattete dem ukrainischen Präsidenten Selenski am 20. Oktober einen Besuch ab.

Ignazio Cassis stattete dem ukrainischen Präsidenten Selenski am 20. Oktober einen Besuch ab.

Kiew

Das Eidgenössische Departement des Äusseren (EDA) hat bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht, «dies im Zusammenhang mit Indiskretionen bezüglich der Reise von Bundespräsident Cassis nach Kiew», wie EDA-Sprecherin Elisa Raggi am Freitag gegenüber CH Media eine Information der Westschweizer Zeitung «Le Temps» bestätigte.

Cassis war am 20. Oktober überraschend zusammen mit der Aargauer Mitte-Nationalrätin Marianne Binder-Keller und dem Glarner Ständerat Mathias Zopfi (Grüne) nach Kiew gereist, um sich vor Ort ein Bild der Kriegssituation, der humanitären Lage und der Vorbereitungsarbeiten für den Wiederaufbau des Landes zu machen.

Laut Informationen von «Le Temps» seien die Bundesratskollegen erst am Vortag über die Reise informiert worden. Der «Blick» habe aber Kenntnis vom Reiseprogramm gehabt. Letzteres wurde vom Blick am Freitag bestätigt. Das EDA selbst geht gegenüber CH Media nicht auf Einzelheiten ein: «Aufgrund der laufenden Untersuchung können wir uns nicht weiter dazu äussern», sagt Sprecherin Raggi. (wap)