Unwetterschäden
Neue Gefährdungskarte zeigt, wo es am meisten Hagel gibt

Die Schweiz ist ein Hagelland, aber die Schadensereignisse sind ungleich verteilt. Eine neue Hagelkarte zeigt nun, wo am ehesten mit Schäden zu rechnen ist.

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Rund 32 Mal pro Jahr hagelt es in der Schweiz so richtig: Mit Körnern von mehr als 2 cm Durchmesser. (Archivbild)

Rund 32 Mal pro Jahr hagelt es in der Schweiz so richtig: Mit Körnern von mehr als 2 cm Durchmesser. (Archivbild)

Bruno Kissling

(wap) Jedes Jahr verursacht Hagel in der Schweiz Sachschäden in der Höhe von mehreren Millionen Franken. Bisher fehlte jedoch eine einheitliche Grundlage zur Beurteilung der Hagelgefährdung. Zusammen mit Partnerinstitutionen aus der Versicherungsbranche schafft der nationale Wetterdienst Meteoschweiz nun Abhilfe: Am Freitag wurde die erste schweizweit einheitliche Hagelkarte präsentiert. «So erfahren die Betroffenen besser, wie oft und wo es hagelt und wie gross die Hagelkörner werden können», heisst es in einer Mitteilung von Meteoschweiz. Und so sieht die Karte aus:

Hagelgefährdung (Korngrösse) gemäss Daten der vergangenen 50 Jahren.

Hagelgefährdung (Korngrösse) gemäss Daten der vergangenen 50 Jahren.

Screenshot: https://map.geo.admin.ch/

Besonders im Tessin und entlang des Juras hagelt es demnach besonders häufig. In der Deutschschweiz sticht eine Region hervor: Das Napfgebiet und die anliegenden Regionen Entlebuch und Emmental. Am wenigsten Hagel gibt es dagegen in den Walliser Südtälern und im Unterengadin. Auch die inneralpinen Regionen des Rhone- und Rheintals sind vergleichsweise wenig betroffen. Ein durchschnittliches Risiko haben die tieferen Lagen des Mittellandes, die Alpennordabdachung und das nördliche Tessin sowie die Gebiete nördlich des Jurabogens.

Daten aus 40'000 Hagelereignissen öffentlich zugänglich

Die neue Karte gibt auch Aufschluss über die Häufigkeit der Schadensereignisse. Hagelkörner von mehr als 2 cm Durchmesser fallen demnach im Schnitt 32 Mal pro Jahr. Und vielerorts müssen Hausbesitzer damit rechnen, dass ihr Dach alle 50 Jahre einmal von Hagelkörnern mit einem Durchmesser von mehr als 3 cm Durchmesser getroffen wird.

Für die Erstellung der Hagelkarten seien Radardaten von 40'000 Hagelereignissen zwischen 2002 und 2020 ausgewertet worden, so Meteoschweiz. Diese seien mit Hagelmeldungen aus der App von Meteoschweiz und Daten aus einem Messnetz von 80 automatischen Hagelsensoren validiert worden. Die Gefährdungskarte ist öffentlich zugänglich auf dem interaktiven Kartenportal des Bundes.