Unwetter
Behörden wappnen sich gegen Hochwasser und warnen die Bevölkerung

Die Wetterlage bleibt angespannt. Wegen der grossen Niederschlagsmengen haben diverse Kantone bereits erste Hochwasserschutzmassnahmen eingeleitet.

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Die Aare führt Hochwasser in der Innenstadt von Thun.

Die Aare führt Hochwasser in der Innenstadt von Thun.

Keystone

In der Nacht auf Dienstag zog ein schweres Unwetter mit starkem Wind und Hagel über die Schweiz. Auch am Dienstag bleibt die Wettersituation angespannt. MeteoSchweiz warnt entsprechend vor intensivem Dauerregen und mahnt zur Vorsicht, insbesondere bei Ufergebieten von Gewässern und stark geneigten Hanglagen.

Im Kanton Zürich, wo die starken Regenfälle besonders grosse Schäden angerichtet haben, werde der Pegel des Zürichsees am Mittwoch voraussichtlich die Gefahrenstufe 4 (gross) erreichen. Exponierte Uferpartien können überflutet werden und vereinzelt kann das Wasser auch in Häuser eindringen, die direkt am See liegen, wie es in einer Mitteilung heisst. Um die Limmat nicht zusätzlich mit einem Sihlhochwasser zu belasten, lasse die Baudirektion den Pegel des Sihlsees ab Dienstagabend vorsichtshalber absenken.

Die anhaltenden Regenmengen führen auch im Kanton Aargau zu einem erhöhten Überschwemmungsrisiko. Am Rhein, an der Reuss und an der Aare sind stark erhöhte Abflüsse im Bereich der Gefahrenstufen 3 (erhebliche Gefahr) zu verzeichnen, schreibt der Kanton. Sowohl in Wallbach als auch in Brugg wurden mobile Hochwasserschutzelemente eingebaut.

Der Kanton Uri hat ebenfalls Hochwasserschutzmassnahmen umgesetzt. Die Reuss verzeichnete in Seedorf eine maximale Abflussmenge von 527 m3 pro Sekunde, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte.

In Seedorf, Schattdorf und Erstfeld wurden vorsorglich einzelne Häuser evakuiert, wie der Kanton mitteilte. Bis anhin seien keine Meldungen zu grösseren Sturz- oder Rutschereignissen eingegangen. Die Autobahn A2 wurde zwischen Flüelen und Amsteg für jeglichen Verkehr gesperrt. Im Verlaufe des Nachmittags hat sich die Wetterlage in Uri schliesslich entspannt und gegen 17.30 Uhr wurden die A2 sowie der Seelisberg- und der Gotthard-Strassentunnel wieder für den Verkehr freigegeben. Weiterhin gesperrt bleiben der Gotthardpass, der Sustenpass, der Furkapass sowie der Streckenabschnitt zwischen Hospental und Realp.

Die Luzerner Behörden haben laut eigenen Angaben zahlreiche Strassenabschnitte wegen Hochwasser und Erdrutschen gesperrt. Sie bitten die Bevölkerung darum, sich von Gewässern fernzuhalten und nicht unnötig in Gefahr zu bringen, wie es in einer Mitteilung heisst. Derweil wird die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee aufgrund von Hochwasser bis mindestens Samstag eingestellt. Dies teilte die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) auf seiner Website mit.

Der Kanton Wallis hat ebenfalls eine Unwetter-Warnung an die Gemeindeführungsstäbe herausgegeben. Aufgrund der Sättigung der Böden bestehe wegen der erheblichen Niederschlagsmenge, die erwartet wird, das Risiko von Erdrutschen sowie von Fluss- und Bachüberläufen entlang der Rhone und in den Seitentälern. Der Kanton ruft in einer Mitteilung die Bevölkerung dazu auf, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten und auf das Filmen und Fotografieren des Unwetters zu verzichten.

Die Gewässer im Kanton Bern drohen ebenfalls über die Ufer zu treten. Zurzeit steige der Pegel des Brienzersees sehr rasch an, sodass mit einem Überschreiten der Hochwassergrenze in den nächsten Tagen gerechnet werden muss. Auch der Thunersee wird die Hochwassergrenze von 558,30 m.ü.M vermutlich in der Nacht auf Mittwoch überschreiten, schreiben die Berner Behörden.

Schutz und Rettung Bern meldet indes, dass der Aarepegel in der Hauptstadt die Grenze von 430 m³ pro Sekunde überschritten hat. Die Feuerwehr beobachte die Lage weiterhin und werde wo nötig entsprechende Massnahmen ergreifen. Die Schifffahrt auf dem Bielersee, der Aare und der alten Zihl wurde bis auf weiteres verboten.

Die Städte Bern und Thun haben gemäss Angaben des Kantons ihre Vorbereitungsarbeiten gegen die drohenden Wassermassen abgeschlossen. Die Feuerwehren haben an neuralgischen Punkten Hochwassersperren aufgebaut und Uferwege zum Teil gesperrt. (abi/dpo)