Umweltverantwortungsinitiative
Junge Grüne wollen Klimawandel mit planetaren Grenzen Einhalt gebieten

Die Jungen Grünen lancieren ihre Umweltverantwortungsinitiative. Sie wollen, dass die Natur den Rahmen für die Wirtschaft bildet. Dieser werde mit Hilfe der planetaren Grenzen definiert.

Dario Pollice
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Die Jungen Grünen haben am Dienstag in Bern ihre Umweltverantwortungsinitiative lanciert.

Die Jungen Grünen haben am Dienstag in Bern ihre Umweltverantwortungsinitiative lanciert.

Keystone

Klimaerhitzung, Biodiversitätsverlust und Überdüngung. Damit soll aus Sicht der Jungen Grünen Schluss sein. Am Dienstag haben sie auf dem Waisenhausplatz in Bern die Umweltverantwortungsinitiative lanciert. Diese will die Umweltbelastung der Schweiz innerhalb von zehn Jahren so reduzieren, dass die planetaren Grenzen eingehalten werden, wie es in einer Mitteilung heisst.

«Eine Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen sichert nicht nur das Überleben der Menschheit, sie ist auch eine riesige Chance: für die Wirtschaft, die Lebensqualität und für das Image der Schweiz», lässt sich Julia Küng, Co-Präsidentin der Jungen Grünen, zitieren.

Junge Grüne lancieren Umweltverantwortungsinitiative.

Keystone-SDA

Es drohen existenzielle Nöte

Das Konzept der planetaren Grenzen wurde ursprünglich von einer Gruppe von Erdsystem- und Umweltwissenschaftlern unter der Leitung des Schwedischen Forschers Johan Rockström 2009 veröffentlich. Damit werden neun Einzelbereiche der Erde bezeichnet, deren Überschreitung die Stabilität des Ökosystems und die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährde. Heute überschreitet die Schweiz gemäss den Jungen Grünen deren drei: Klima, Biodiversität und Überdüngung.

Für SP-Nationalrätin Gabriela Suter (AG) ist Klimaschutz gleichbedeutend mit Alpenschutz: «Schaffen wir es nicht, die planetaren Grenzen einzuhalten, kommen die Menschen in den Alpenregionen in existenzielle Nöte und wir werden unseren Enkelkindern weder Enzian, noch Murmeli oder Gletscher zeigen können», lässt sie sich zitieren.

Symptompolitik packt Ursachen nicht an

Die Folgen der zu hohen Emissionen zeigen sich laut Georg Klingler von Greenpeace immer deutlicher: «Der Kollaps ganzer Ökosysteme droht, was das Überleben von Milliarden Menschen bedroht.» Ursachen und Risiken seien wissenschaftlich so gut untersucht, wie in praktisch keinem anderen Bereich und trotzdem käme die Schweiz nicht vom Fleck.

Was heute betrieben werde, sei Symptompolitk, die sich Umweltziele setze, aber die Ursachen nicht anpacke. «Wir müssen wegkommen von Absichtserklärungen und isolierten Ohnehin- sowie Symptom- Massnahmen hin zu einem wirksamen Umweltschutz für die Respektierung des sicheren Handlungsraums», lässt sich Klingler zitieren.

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