Umwelt
Steinbruch soll nicht schuld sein am Fischsterben im Blausee

Belasteter Schotter, einwandfreie Wasserqualität und kein Zusammenhang mit dem Fischsterben: Die Steinbruch Blausee-Mitholz AG hat ihre Untersuchungsergebnisse präsentiert und sich gegen Vorwürfe gewehrt.

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Mit einer Spezialmaschine wurde belastetes Material im Steinbruch ausgehoben. (Archiv)

Mit einer Spezialmaschine wurde belastetes Material im Steinbruch ausgehoben. (Archiv)

Keystone

Anfang September 2020 berichteten verschiedene Medien, dass eine mutmasslich unsachgemässe Entsorgung von Schotter aus dem Lötschberg-Scheitelbahntunnel Tiere in der Fischzucht am Blausee im Kandertal vergiftet haben könnte. Dieses mysteriöse Fischsterben brachte den Ball ins Rollen: Die Politik wurde aktiv, es gab Strafanzeigen, Untersuchungen wurden angeordnet und die Betroffenen trafen sich zu einem Runden Tisch. Nun hat die Steinbruch Blausee-Mitholz AG (SHB), die zum Baustoffunternehmen Vigier gehört, ihre Untersuchungsergebnisse präsentiert, wie sie am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt.

So hat die SHB zusammen mit dem Berner Amt für Wasser und Abfall (AWA) die Materialablagerungen analysiert. Dabei ging es unter anderem um Ablagerungen, bei denen Anhaltspunkte dafür bestanden, dass Anlieferungen gegenüber der SHB falsch deklariert wurden – «möglicherweise absichtlich». Konkret gehe es um als sauberer Aushub deklariertes Material des Transportunternehmens TGC, betont das Unternehmen. Und der Verdacht hat sich bestätigt: In einem Teil des Areals bestehe ein lokal begrenzter Sanierungsbedarf. Diese Arbeiten werden mit dem AWA koordiniert und voraussichtlich Ende Jahr abgeschlossen.

Steinbruch schliesst Zusammenhang mit Fischsterben aus

Trotz des belasteten Materials im Steinbruch sei das Grundwasser weder belastet noch gefährdet gewesen, betont die SHB. Sie nehme seit September 2020 in und um den Steinbruch alle zwei Wochen Wasserproben, die von externen Laboren analysiert werden. Die Werte seien stets unbedenklich gewesen, versichert die SHB. Weder das AWA noch die Anwohnergemeinden hätten verschmutztes Trinkwasser festgestellt.

Zudem schliesst die SHB einen Zusammenhang zwischen dem Steinbruch und dem Fischsterben in der Fischzucht «gemäss heutigem Kenntnisstand» aus. Sie stützt sich dabei auf ein fischbiologisches Gutachten. Dieses zeige, dass die Stoffe, die man in den toten Fischen fand, «in der gefunden Konzentration nicht toxisch waren». Auch würden sie nicht den Stoffen in den Wasserproben entsprechen, «welche die Blausee AG bei der SHB genommen haben will». (abi)

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