Umwelt
Gentech-Moratorium bis 2025: Kaum Widerstand im Parlament zu erwarten

Das Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) soll erneut um vier Jahre verlängert werden. Der Plan des Bundesrates stösst in der Wissenschaftskommission des Nationalrates auf Zustimmung. Damit bliebe Gentech in der Landwirtschaft weiterhin verboten.

Reto Wattenhofer
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Gentechnisch veränderte Pflanzen dürfen in der Schweiz nur zu Forschungszwecken angebaut werden. (Symbolbild)

Gentechnisch veränderte Pflanzen dürfen in der Schweiz nur zu Forschungszwecken angebaut werden. (Symbolbild)

Keystone

Nach Ansicht des Bundesrates besteht zurzeit weder seitens der Landwirtschaft noch bei den Konsumenten ein Interesse daran, das Moratorium aufzuheben. Ende Juni präsentierte die Landesregierung den Plan, das GVO-Moratorium um weitere vier Jahre bis 2025 zu verlängern.

Die Wissenschaftskommission des Nationalrates stärkt nun dem Bundesrat den Rücken. Sie spricht sich mit 22 zu 1 Stimmen bei 2 Enthaltungen für eine Fortführung aus. Vor einer allfälligen Aufhebung des Moratoriums müssten noch rechtliche Fragen bei neuen gentechnischen Verfahren beantwortet werden, heisst es in einer Mitteilung der Parlamentsdienste vom Freitag.

Auch im Nationalrat dürfte in der Herbstsession Widerstand ausbleiben. National- und Ständerat haben das Moratorium bereits dreimal verlängert – zuletzt bis Dezember 2021. In der Vernehmlassung war der Vorschlag bei Kantonen und anderen betroffenen Kreisen ebenfalls auf breite Zustimmung gestossen.

Vertiefte Abklärungen

Im Fokus der Kommission stand die sogenannte Genomeditierung. Dabei durchschneiden Forscher im Genom das Erbgut, um die gewünschten Änderungen einfügen zu können. Wie der Bundesrat lehnt die Kommission dieses Verfahren ab. Im Hinblick auf eine mögliche Lockerung soll der Bund jedoch einen Bericht vorlegen über allfällige Risiken dieser Verfahren. Die Kommission hat ein Postulat beschlossen.

Nach dem Willen des Bundesrates soll die Verlängerung bis 2025 dazu genutzt werden, um das Wissen über die neuen gentechnischen Verfahren zu vertiefen. Dabei soll auch auf die Entwicklungen in der EU eingegangen werden. Seit der Annahme einer entsprechenden Volksinitiative im Jahr 2005 gilt in der Schweiz ein Moratorium für die Verwendung von GVO in der Landwirtschaft. Diese dürfen lediglich zu Forschungszwecken angebaut werden.

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